Mitflug im Regierungshubschrauber
„Helikopter-Mutter“ – Kritik an Lambrechts Reise mit dem Sohn

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD)

© Ján Krošlák / DPA

10.05.2022, 15:35
3 Min. Lesezeit

Juristisch wohl untadelig, aber „politisch instinktlos“: Die Verteidigungsministerin lässt ihren Sohn in einem Regierungshubschrauber nach Norddeutschland mitfliegen. Sie erntet Häme und muss sich womöglich noch erklären.

Es ist Krieg in der Ukraine, Landtagswahlkampf in Schleswig-Holstein und nur etwa 14 Grad auf der Urlauberinsel Sylt: In einem Regierungshubschrauber brechen Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) und ihr 21-Jähriger Sohn am 13. April vom Dienstsitz in Berlin aus nach Norddeutschland auf, um in Stadum dem Bataillon Elektronische Kampfführung 911 – Experten für die elektronische Aufklärung möglicher Gegner – einen Truppenbesuch abzustatten. Am nächsten Tag und nach einer Hotelübernachtung geht es mit Auto und Personenschützern des Bundeskriminalamtes auf die nahe Insel Sylt.

Als die Details der Reise durch einen Bericht des „Business Insider“ bekannt werden, hagelt es Kritik. Es sind nicht nur die hämischen Kommentare im Internet, die sich am Dienstag um den Begriff „Helikopter-Mutter“ drehen, der eigentlich einen übergriffig-wohlmeinenden Kontrollzwang in der Erziehung beschreibt.

Christine Lambrecht steht in der Kritik

Die Opposition im Bundestag wirft Lambrecht „maximale Ungeschicklichkeit“ vor. „Das zeugt von mangelndem Fingerspitzengefühl“, sagt der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU) in Berlin. Der Vorgang habe „ein Geschmäckle“, wie man in seiner Heimat sage. „Es gibt Dinge, die sind verboten. Und es gibt Dinge, die macht man einfach nicht.“

Der AfD-Politiker Stephan Brandner kritisierte: „Die…