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Aus dem Landtag geflogen – Streit in AfD bricht wieder auf

Jörg Nobis (l.), Spitzenkandidat der AfD für die Landtagswahl in Schleswig-Holstein, und AfD-Bundessprecher Tino Chrupalla (r.) nach Bekanntgabe erster Prognosen. Foto: Marcus Brandt/dpa

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Stück für Stück hatte sich die AfD in den vergangenen Jahren in die Landesparlamente und in den Bundestag in Deutschland vorgearbeitet. Nun muss sie erstmals einen Landtag wieder räumen. In der Partei rumort es – wieder einmal.

In der AfD ist nach ihrer Wahlniederlage in Schleswig-Holstein der Streit über die inhaltliche Ausrichtung und die Besetzung der Parteispitze neu aufgebrochen.

Parteichef Tino Chrupalla bezeichnete am Montag das Ausscheiden aus dem Landtag zwar als Enttäuschung, sieht darin zugleich aber «nichts Ungewöhnliches» und keinen Zusammenhang mit seiner Person. Spitzenvertreter der AfD forderten dagegen eine inhaltliche und personelle Neuausrichtung, um auch im Westen zu punkten.

Die AfD habe mit ihrem Ukraine-Kurs einen Teil ihrer konservativen Anhänger verloren, sagte Bundesvorstandsmitglied Joana Cotar. «In Schleswig-Holstein sind diese Wähler scharenweise zu CDU, FDP und sogar zu den Grünen übergelaufen. Die AfD braucht nun unbedingt eine Offensive West, um dort wieder mehr als ihre Kernwählerschaft zu mobilisieren.» Ein «Weiter so» sei nicht die Lösung.

«Neue Themen und einen neuen Stil» gefordert

Der stellvertretende AfD-Fraktionschef im Bundestag, Norbert Kleinwächter, forderte, die Partei müsse sich neu sortieren. «Wir brauchen neue Themen und einen neuen Stil, mit denen wir Wähler dauerhaft an uns binden können. Dazu braucht die Bundesspitze der Partei dringend neue Köpfe mit sicherem Auftreten und neuen Ideen.»

Chrupalla sagte der Deutschen Presse-Agentur zum Ausscheiden aus…