Richtig gut gemeint hatte es das Wetter während der Eröffnungszeremonie des Eurovision Song Contests nicht. Immer wieder unterbrochen von Regenschauern schritten die Künstlerinnen und Künstler mit ihrem Gefolge über den türkisen Teppich, vorbei an Journalisten, Bloggern und Fans, vor der Kulisse des ehemaligen Königspalastes in Venaria Reale bei Turin.

Ob mit oder ohne Regenschirm: Man zeigte, was die Garderobe so hergab. Während der Australier Sheldon Riley mit einem überdimensionalen Flokati-Umhang einherschwebte, trug Ronela Hajati aus Albanien ein knallbuntes folkloristisches Kostüm mit einer quaderförmigen Kopfbedeckung, die sie gut vor dem Regen schützte. Chanel aus Spanien kam im roten Minikleid, das sie mit einer gigantischen roten Plüschstola kombinierte. Der deutsche Teilnehmer Malik war dagegen fast schon zurückhaltend gekleidet in schwarzem Hemd und dunkelrotem Satin-Anzug. Mit ernsten Gesichtern traten die Ukrainer auf den Teppich: Das Kalush Orchestra, derzeit haushoher Favorit, zeigte sich in Anzügen, die an die schlichte Kleidung des ukrainischen Präsidenten Selenskyj erinnerten. 

Haushohe Favoriten: Kalush Orchestra aus der Ukraine

Proben gehen in die heiße Phase

Der Sonntag war der erste probenfreie Tag in Turin – für alle Teilnehmenden eine Gelegenheit zum Durchatmen. Doch schon an diesem Montag geht es wieder los, im Pala Olimpico findet der zehnte Probentag statt. Dort werden die Auftritte der Acts des ersten Semifinals, das am Dienstagabend ausgetragen wird, noch einmal feingeschliffen. Außerdem findet am Abend die Show für die Jurys statt, deren Stimmen mit denen der Zuschauer am nächsten Tag das Ergebnis bestimmen.

Die Bühnentechnik hatte den Veranstaltern in den letzten Tagen einige Probleme bereitet. Das Herzstück der ESC-Bühne, eine kinetische Sonne, umgeben von Wasserspielen, streikte während den ersten Proben. Da einige der Acts die Bühnenkonstruktion mit dem Motto „die Sonne im Inneren“ in ihre Choreografie…