Historischer Wahlsieg
Irisch-nationalistische Sinn Fein gewinnt erstmals Regionalwahl in Nordirland

Die Vorsitzende von Sinn Fein Mary Lou McDonald (r.) und die stellvertretende Vorsitzende und Spitzenkandidatin Michelle O’Neill (l.)

© Niall Carson / Picture Alliance

08.05.2022, 11:10
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Historischer Wahlsieg in Nordirland: Die irisch-nationalistische Partei Sinn Fein wird erstmals stärkste Kraft im Regionalparlament. Sie steht vor einer schwierigen Regierungsbildung.

Erstmals ist die irisch-nationalistische Partei Sinn Fein stärkste Kraft im Regionalparlament in Belfast. Es ist ein historischer Wahlsieg in Nordirland. Nach Auszählung aller Stimmen gewann die Sinn Fein 27 der 90 Sitze im Stormont. Die pro-britische DUP kam auf 25 Mandate und gestand ihre Wahlniederlage ein. Sinn-Fein-Spitzenkandidatin Michelle O’Neill verkündete den Beginn einer „neuen Ära“. Sie steht allerdings vor einer schwierigen Regierungsbildung.

„Dies ist heute ein sehr wichtiger Moment des Wandels“, sagte O’Neill. Die 45-Jährige dürfte nun die erste Regionalregierungschefin werden, die für eine Wiedervereinigung mit der Republik Irland einsteht. „Ich werde eine Führung anbieten, die integrativ ist, die Vielfalt feiert, die Rechte und Gleichheit für diejenigen garantiert, die in der Vergangenheit ausgeschlossen, diskriminiert oder ignoriert wurden“, kündigte sie an.

Der Brexit beschäftigt in Nordirland

DUP-Chef Jeffrey Donaldson gestand seine Niederlage ein. Er bekräftigte seine Ablehnung einer Regierungsbeteiligung seiner Partei, solange es keine Änderungen am Nordirland-Protokoll gibt, das im Post-Brexit-Abkommen mit der EU die Zollvorschriften für die Region regelt.

Das Nordirland-Protokoll sieht Zollkontrollen im Warenaustausch zwischen Nordirland und dem restlichen Vereinigten Königreich vor. Die Regierung in…