Aufnahmen ausgewertet
Astronomen entdecken Spuren mehr als 1000 möglicher Asteroiden

Für das Bild wurden Aufnahmen des Weltraumteleskops Hubble übereinander gelegt. Es zeigt die Bahnen mehrerer Asteroiden (weiße Linien). Foto: NASA, ESA, and B. Sunnquist and J. Mack (STScI)/Acknowledgment: NASA, ESA, and J. Lotz (STScI) and the HFF Team/dpa

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Bisher unbekannte Asteroiden sollen auf alten Aufnahmen zu sehen sein: Eine neue Studie hat dafür das Archiv eines Weltraumteleskops durchforstet. Bei der Recherche halfen auch Laien.

Astronomen des Max-Planck-Instituts für extraterrestrische Physik (MPE) haben mehr als 1000 Spuren entdeckt, die vermutlich von bisher unbekannten Asteroiden stammen.

Sie durchforsteten dafür Archivdaten des Hubble-Weltraumteleskops aus den vergangenen 20 Jahren, wie das Institut in Garching bei München mitteilte. Die Funde könnten Erkenntnisse über die Bedingungen im frühen Sonnensystem liefern.

Analysiert wurden demnach Daten, die bei den meisten Beobachtungen sonst als Rauschen oder Störung herausgefiltert werden. «Was für den einen Astronomen nur Müll ist, kann für einen anderen Astronomen ein Schatz sein», sagte Sandor Kruk, Leiter der Asteroiden-Studie.

Bei der Detektivarbeit wurden menschliche und künstliche Intelligenz kombiniert: Zunächst halfen rund 11.500 freiwillige Laienwissenschaftler mit, in den mehr als 37.000 zusammengesetzten Aufnahmen Hinweise auf Asteroiden zu identifizieren. Die Astronomen trainierten damit einen Algorithmus für maschinelles Lernen, der in den verbleibenden Archivdaten weitersuchte.

Der endgültige Datensatz enthielt laut MPE 1701 Spuren. Gut ein Drittel wurde bekannten Asteroiden zugeordnet, übrig blieben 1031 nicht identifizierte Spuren, denen nun genauer nachgegangen wird. Die Objekte seien wahrscheinlich kleiner als…