Militärtechnik
Abschüsse und keine Durchbrüche – die Ukraine markiert das Ende des Kampfpanzers

Auch der modernste einsatzfähige russische Panzertyp – T-90M Proryv-3 – wurde in der Ukraine bereits zerstört.

© Gavriil Grigorov/ / Picture Alliance

07.05.2022, 17:54
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Tragbare billige Waffen wie Drohnen und Abwehrraketen rauben dem Panzer seine entscheidende Wirkung auf dem Gefechtsfeld. Die Panzerung bietet keinen Schutz mehr. Die technologische Wende bedroht nicht nur die russischen Panzer, westliche Modelle hätten die gleichen Probleme.

In der Ukraine werden Kampfpanzer und gepanzerte Fahrzeuge reihenweise abgeschossen. Russland soll insgesamt über 2000 gepanzerte Fahrzeuge aller Art verloren haben. Kühne Durchbrüche und tiefe Schnitte gelingen den Panzereinheiten dagegen gar nicht. Es scheint, als ginge das Zeitalter der Panzer zu Ende. Es begann gegen Ende des Ersten Weltkrieges und dauerte über hundert Jahre an. Was ist heute im Krieg gegen die Ukraine neu? Zwei Dinge setzten den stählernen Ungetümen zu. Das eine sind infanteristische Panzerabwehrwehrwaffen aller Art, darunter auch hochmoderne Lenkwaffen. Und das andere Moment sind Drohnen. Drohnen, die Panzer direkt bekämpfen oder aber die nur ihre Position exakt ausmachen können. Beide „Gegner“ sind nicht komplett neu – aber die Art ihres Auftretens gab es so noch nie in einem Krieg.

Panzerabwehr im Zweiten Weltkrieg

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges konnten Kampfpanzer nur durch andere Kampfpanzer und spezielle Kanonen abgeschossen werden. Mit Zunahme der Panzerung wurden die Abwehrkanonen immer größer, „der“ Klassiker ist die deutsche „Acht-Acht“. Infanteristen konnten sich der Panzer kaum erwehren. Nur in selbstmörderischen Angriffen konnten sie versuchen, Minen am Fahrzeug anzubringen oder mit einem Bündel von Handgranaten die Ketten abzusprengen oder mit dem…