Podcast

Ökonom Michael Hüther
„Wir müssen über Fracking in Deutschland reden“ – der Kampf um Energie und unseren Wohlstand

Michael Hüther ist Direktor des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft

© Felix Zahn/ / Picture Alliance

07.05.2022, 17:43
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Der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln warnt vor einem Einfuhrstopp für russisches Erdgas und fordert, Deutschland müsse stattdessen auch über eine eigene Förderung nachdenken. Eine Industrienation könne auf die Produktion von Grundstoffen nicht verzichten.

Michael Hüther, der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), rät vor dem Hintergrund der Energiekrise dazu, auch über eine Gasförderung in Deutschland nachzudenken – und bisherige Tabus zu überwinden. „Wir müssen uns fragen, ob wir nicht auch Fracking in Deutschland und die Gasförderung hier mobilisieren sollten“, sagte Hüther im Podcast „Die Stunde Null“. Die starken Vorbehalte gegenüber der Technologie seien „moralisch inkonsistent“, da die Deutschen kein Problem hätten, Gas aus anderen Ländern zu importieren, unabhängig davon, wie es gefördert worden sei. „Das passt nicht zusammen.“  

Hüther warnte davor, die Energiekosten für die Unternehmen durch ein Embargo für russische Erdgasimporte noch zusätzlich zu verteuern. „Wir laufen in eine angespannte wirtschaftliche Lage hinein“, sagte der IW-Chef. Eine Stagflation, also eine Kombination aus niedrigen Wachstumszahlen und hoher Preissteigerung, sei für die kommenden Jahre ein denkbares Szenario. In dieser Lage sei ein Importstopp nicht zu verkraften. „Wir können die Mengen aus Russland nicht in der Geschwindigkeit ersetzen“, sagte Hüther. Es bestehe zudem die Gefahr, sich selbst so zu schwächen, dass es unmöglich werde, andere Staaten wie die Ukraine zu unterstützen. 

„Machen wir es mit der Industrie oder…