Hauptstadt
«Skandalöse Entscheidung»: Melnyk kritisiert Polizei

Andrij Melnyk, Botschafter der Ukraine in Deutschland, spricht in seinem Büro mit dpa-Journalisten. Foto: Kay Nietfeld/dpa

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Bei Gedenkveranstaltungen zum 77. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs sollen in Berlin weder russische noch ukrainische Fahnen gezeigt werden dürfen. Der ukrainische Botschafter reagiert empört.

Die Berliner Polizei hält anlässlich des Gedenkens zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa vor 77 Jahren an den Auflagen für 15 ausgewählte Gedenkorte fest – trotz Kritik unter anderem vom ukrainischen Botschafter Andrij Melnyk.

Am Sonntag und am Montag seien an jenen Orten «keinerlei Flaggen und militärische Symbole erlaubt», bekräftigte die Polizei am Samstag. Das Verbot gelte indes nicht für Diplomatinnen und Diplomaten sowie für Veteranen des Weltkriegs. In Berlin sind am 8. und 9. Mai zahlreiche Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen geplant.

Melnyk twitterte am Freitagabend: «Liebe Regierende Bürgermeisterin @FranziskaGiffey, diese skandalöse Entscheidung der @polizeiberlin muss WIDERRUFEN werden». Diese sei eine Ohrfeige für die Ukraine und ein Schlag ins Gesicht des ukrainischen Volkes.

Zu den Polizei-Auflagen gehört außerdem, dass Uniformen oder Uniformteile – auch in abgewandelten Formen – sowie Marsch- oder Militärlieder verboten sind. Untersagt ist außerdem das Z-Symbol. Der Buchstabe wird von Befürwortern des Krieges genutzt und steht für «za pobedu» («Für den Sieg»). Ausgenommen von den Regelungen sind nach Polizeiangaben jedoch Veteraninnen und Veteranen des Zweiten Weltkrieges, Diplomaten sowie Vertreter und Delegationen von Staaten.

Mit einem Großaufgebot will die Berliner Polizei die geplanten Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen begleiten. Insgesamt…