Ukraine-Krieg
Geflüchtete treffen auf angespannten Wohnungsmarkt

Geflüchtete aus der Ukraine werden nach der Ankunft aus Moldau am Flughafen Erfurt-Weimar von Helfern betreut. Foto: Michael Reichel/dpa

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Hunderttausende Flüchtlinge aus der Ukraine sind in Deutschland angekommen. Sie brauchen nun Wohnraum, womöglich dauerhaft. Fachleute warnen aber vor übertriebenen Ängsten.

Angesichts der gewaltigen Zerstörungen und des Leids in der Ukraine sind Hunderttausende Menschen nach Deutschland gekommen – vor allem Frauen, Kinder und Alte. Viele dürften vorerst nicht in ihre Heimat zurückkehren.

Wo aber sollen all die Menschen wohnen? Lassen sich die Flüchtlinge einigermaßen gleichmäßig auf Deutschland verteilen oder kommen die Wohnungsmärkte in den Städten noch mehr unter Druck? Während manche Immobilienverbände fordern, die Bundesregierung müsse ihr Wohnbauziel erhöhen, beruhigen Experten. Sie halten die Zuwanderung für handhabbar – unter Bedingungen.

Nach Jahren starker Zuwanderung hatte sich die Lage in den Ballungsräumen zuletzt etwas beruhigt: Während der Pandemie kamen weniger Menschen nach Deutschland, der Neubau zog an. Mit den Ukraine-Flüchtlingen zeichne sich eine Kehrtwende ab, glaubt Thorsten Lange, Ökonom bei der DZ Bank. «Die Entspannung am Wohnungsmarkt ist erst einmal passé».» Angesichts der Zerstörung ihrer Heimat und guter Jobaussichten hierzulande dürften viele Flüchtlinge länger bleiben. «Damit würde die Wohnungsnachfrage einen erheblichen Schub bekommen.»

Mehr als 402.000 Flüchtlinge angekommen

Anders als in der Krise 2015, als viele junge Männer aus Syrien und Afghanistan nach Deutschland flohen, gehe es nun hauptsächlich um Familien mit Kindern, schreibt Lange. «Somit werden neben den Wohnungen auch Plätze in Kitas und Schulen benötigt.» Bisher sind laut…