Lukaschenko im Interview
Putins Verbündeter zweifelt am Erfolg Russlands und spricht über Einsatz von Nuklearwaffen

Alexander Lukaschenko, Präsident von Belarus und Partner von Russland, während eines Interviews mit der Nachrichtenagentur Associated Press. 

© Markus Schreiber/AP / DPA

06.05.2022, 12:26
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Alexander Lukaschenko räumt in einem  Interview ein, dass der russische Einmarsch in der Ukraine wohl nicht nach Plan verlaufe. Auch über den Einsatz von Atombomben spricht der belarussische Staatschef – mit einem interessanten Aspekt.

Alexander Lukaschenko, der Langzeit-Präsident von Belarus, ist einer, wenn nicht der engste Verbündete von Wladimir Putin. Als russische Truppen Ende Februar in die Ukraine einmarschiert sind, taten sie dies auch von belarussischem Territorium aus. 71 Tage dauert der Krieg in dem Nachbarland nun, eine Dauer, mit der offenbar auch Lukaschenko nicht gerechnet hat. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP sagte er jetzt: „Um ehrlich zu sein, dachte ich nicht, dass sich die Operation derart hinzieht. Ich bin mit dem Problem aber nicht genug vertraut, um zu sagen, ob alles nach Plan läuft, wie die Russen sagen.“

Eroberung von Kiew abgebrochen

Mutmaßlich sollte die im Kreml als „Spezialoperation“ genannte Invasion in kurzer Zeit beendet werden. Doch wegen zahlreicher Pannen, schlechter Vorbereitung und technischer Probleme musste etwa die Eroberung der Hauptstadt Kiew abgebrochen werden. Mittlerweile konzentrieren sich die russischen Angriffe auf den Süden und Osten des Landes, im letzteren jedoch kommen die Truppen nicht so voran wie von Moskau erhofft. Lukaschenko fordert in ungewöhnlich klaren Worten ein Ende der Kämpfe, die er, anders als Putin ganz deutlich einen „Krieg“ nennt.

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