Börsenabsturz
Lieferando, Delivery Hero, Hello Fresh – der Crash der Corona-Gewinner

Lieferando dominiert den deutschen Markt – und muss trotzdem kämpfen

© Sebastian Kahnert / DPA

06.05.2022, 19:46
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Essens-Lieferdienste waren in der Corona-Pandemie gefragt wie nie. Doch in den vergangenen Monaten sind Lieferando, Delivery Hero und Hello Fresh an der Börse dramatisch abgestürzt. Was ist da los?

Wer durch die Straßen mancher Großstadtviertel läuft, der könnte meinen, es gebe seit der Corona-Pandemie kein lukrativeres Business als den Leuten ihr Essen und Trinken ins Haus zu liefern. Ständig begegnen einem Kuriere von Gorillas, Flink oder Getir, parken Flaschenpost-Lieferwagen die Einfahrten zu, bevor abends ein Heer an Pizzaboten ausschwärmt.

Tatsächlich sind die meisten dieser Anbieter aber alles andere als profitabel, sondern verbrennen jede Menge Geld. Investoren schießen Million um Million in die Dienste in der Hoffnung, dass ihr eigener Kandidat am Ende eines ruinösen Wettbewerbs als strahlender Sieger übrig bleibt – um schließlich umso fettere Gewinne einzustreichen.

Aber geht diese Rechnung eigentlich für irgendwen auf? Ist Größe wirklich ein Garant für große Gewinne? Wer sich die Aktienkurse der Branchenriesen Lieferando, Delivery Hero und Hello Fresh anschaut, der könnte so seine Zweifel kriegen. Alle drei haben sich in ihren Bereichen in den letzten Jahren als führende Kräfte etabliert, sind zu börsennotierten Konzernen aufgestiegen – und doch seit dem Höhepunkt der Corona-Krise dramatisch abgestürzt. 

Dax-Konzern Delivery Hero hat in den vergangenen sechs Monaten mehr als 70 Prozent seines Börsenwertes verloren. Die Aktie des Lieferando-Konzerns Just Eat Takeaway ist im gleichen Zeitraum um 65 Prozent abgestürzt (auf Jahressicht sogar 75 Prozent). Und der eben noch als großer…