06.05.2022, 16:57
5 Min. Lesezeit

Für Boris Johnson fällt der erste Stimmungstest enttäuschend aus. Nach Skandalen um Lockdown-Partys und Sexismus im Parlament strafen die Wähler seine Tories bei den Kommunalwahlen ab. Doch dem britischen Premier bleibt ein Hoffnungsschimmer.

Es dürfte ein böses Erwachen für Boris Johnson gewesen sein. Bei den Kommunalwahlen am Donnerstag musste seine konservative Partei ersten Ergebnissen zufolge herbe Verluste einstecken. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten haben die Tories die Kontrolle über die Londoner Stadtteile Wandsworth, Westminster und Barnet verloren. Auch in Southampton, Cumberland und mehreren anderen Toriy-Hochburgen konnte die oppositionelle Labour-Partei Gewinne einfahren.

„Wir haben eine harte Nacht hinter uns in einigen Teilen des Landes, aber andererseits haben wir auch Zugewinne gemacht an Orten, die lange nicht, wenn überhaupt schon einmal, konservativ gewählt haben“, sagte Johnson vor Reportern am Freitag. Labour-Chef Keir Starmer sprach hingegen von einem „gewaltigen Wendepunkt“ für seine Partei.

Bei den Kommunalwahlen wurde in weiten Teilen Englands sowie in Wales und Schottland über Tausende Sitze in Gemeinde- und Bezirksräten abgestimmt. Auch wenn der Fokus auf der konkreten Politik vor Ort liegt, galten die Wahlen diesmal als Stimmungstest für den Premier persönlich. Nach der anhaltenden Partygate-Affäre um illegale Lockdown-Feiern und mehreren Sexismus-Vorfällen im Parlament wächst in der Bevölkerung der Frust über das skandalöse Verhalten in der Downing Street. Vielerorts hatten sich konservative Kandidaten im Wahlkampf von Johnson distanziert und auf Wahlplakaten teilweise darum gefleht, sie nicht für Fehler der Regierung verantwortlich zu machen.

Mit Bekanntwerden der ersten Ergebnisse wurden am Freitag viele der Befürchtungen war: Stand 16 Uhr haben die Tories in England 225 Sitze verloren –…