Abtreibung vor dem Aus
Auf die Rechte mit Gebrüll: Welche Errungenschaften werden die obersten US-Richter noch kippen?

Proteste gegen mögliches Aus für Abtreibung in den USA

© Stefani Reynolds / AFP

06.05.2022, 14:21
3 Min. Lesezeit

Das Recht auf Abtreibung könnte in den USA vor dem Aus stehen. Manche Experten befürchten bereits, dass der sehr konservative Oberste Gerichtshof weitere Liberalisierungen der vergangenen Jahrzehnte kippt. Etwa die Homo-Ehe oder die ‚Pille danach‘.

In den USA sorgt ein durchgestochener Urteilsentwurf des Obersten Gerichtshofs für Entsetzen. Denn danach steht das Recht auf Abtreibung auf der Kippe, was in den vergangenen Tagen zu massiven Protesten geführt hat. Das endgültige Urteil fällt zwar erst im Juni, dass es allerdings anders ausfallen könnte als es der Entwurf verrät, ist möglich, aber unwahrscheinlich. In dem Gremium aus neun Frauen und Männern sind die konservativen Richter klar in der Mehrheit.

Abtreibungsgegner am Ziel

Seit dem wegweisenden Urteil „Roe vs. Wade“, mit dem Abtreibungen legalisiert wurden, sind 49 Jahre vergangen. Seitdem wird es von Gegnern bekämpft, nun stehen sie kurz vor ihrem Ziel. Und nicht wenige Stimmen befürchten bereits, dass auch eine Reihe weiterer Liberalisierungen der vergangenen Jahrzehnte rückabgewickelt wird. Die prominenteste ist der US-Präsident selbst: „Hier geht es um viel mehr als nur um Abtreibung.“ Ultra-konservative Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump würden bald weitere Rechte einschränken, wenn sie die Mehrheiten dafür hätten, so Joe Biden.

Die Amerikaner stehen sich bei vielen Thema unversöhnlich gegenüber, nicht nur bei Schwangerschaftsabbrüchen. Der „Kulturkrieg“ genannte Streit zwischen rechten, konservativen und linken, liberalen US-Bürgern geht weit darüber hinaus:

Rechte von sexuellen Minderheiten: