Meinung

Rücktritt des Sportdirektors
Danke, Max Eberl!

Auf der Pressekonferenz zu seinem Abschied kamen Max Eberl die Tränen

© Christian Verheyen/ Borussia Mönchengladbach / DPA

von Phil Göbel
28.01.2022, 16:51 Uhr

Der emotionale Rücktritt von Max Eberl zeigt einmal mehr, wie schnell wir vergessen, dass auch und gerade im Fußball Menschen im Mittelpunkt stehen. Ein Dank für seine Offenheit.

„Weiter, immer weiter!“, hatte Oliver Kahn einst geschrien – es wurde zum Mantra für eine ganze Branche. Immer weiter. Von Spiel zu Spiel. Von Minute zu Minute. Von Zweikampf zu Zweikampf. Weiter, immer weiter – bis es nicht mehr geht.

Der Rücktritt von Max Eberl bei Borussia Mönchengladbach zeigt, was passiert, wenn es irgendwann nicht mehr geht. „Ich habe keine Kraft mehr“, sagte Eberl auf der Pressekonferenz zu seinem Abschied. Fünf Worte, die alles auf den Punkt bringen. Fünf Worte, die jedem Fußballfan die Beine wegziehen, wie es Eberl einst selbst bei seinen Gegenspielern getan hat.

Der Rücktritt kommt nicht überraschend

Dass der Rücktritt so überraschend kommt, liegt weniger an Eberl selbst. Boulevard-Medien spekulierten schon, woran es liegt, dass er nicht mehr will. An seiner neuen Freundin? An der bisher vergleichsweise schwachen Saison der Borussia? Nein – es liegt daran, dass er nicht mehr KANN, weil dieser Job und alles was dazu gehört so unendlich viele Körner kostet. Fast alle, die den Fußball verfolgen, vergessen das – zwangsläufig. Es geht ja schließlich „weiter, immer weiter“. 

Eine endlose Nachspielzeit-Schleife aus Pressing und Gegenpressing, auf und neben dem Platz. Druck machen, hart sein, dazwischen gehen – es gibt unzählige Floskeln, die zeigen, was die Fans von ihrem Team erwarten. Schwäche gehört definitiv nicht dazu. Irgendwann macht dieser Druck kaputt. Eberl ist in dieser Hinsicht…