Gefährdete Art
Schweinswale bei Munitionssprengungen oft tödlich verletzt

Schweinswale erleiden durch die starken Druckwellen bei Explosionen teils tödliche Verletzungen. Foto: Ingo Wagner/dpa

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Sie sind Deutschlands einzige Walart. Durch Unterwasserexplosionen von Fliegerbomben sind Schweinswale stark bedroht. Und auch weiterhin wird es Sprengungen in Nord- und Ostsee geben.

Sprengungen im Meer sind einer neuen Untersuchung zufolge lebensgefährlich für Schweinswale.

Insgesamt 24 tote Schweinswale aus der Ostsee seien obduziert worden, in zehn Fällen habe sich gezeigt, dass die Tiere bei Unterwasserexplosionen verletzt worden seien, teilte die Tierärztliche Hochschule Hannover mit. Hintergrund seien Sprengungen von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg gewesen.

Tiere erleiden schwere Verletzungen

Unterwassersprengungen könnten «schwere Auswirkungen auf Schweinswale haben», sagte die Leiterin des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Tierärztlichen Hochschule, Ursula Siebert. Bei den zehn Tieren fanden die Experten krankhafte Auskugelungen und Frakturen der Mittelohrknochen, Blutungen im akustischen Fett des Unterkiefers und des Gehörapparates sowie der Melone, eines für die Echoortung wichtigen Organs. Derartige Verletzungen könnten nur durch starke Druckwellen wie etwa bei Explosionen hervorgerufen werden, hieß es.

Einer der Schweinswale habe zudem schwere Blutungen und Hämatome in der Muskel- und Fettschicht gehabt, was auf ein «stumpfes Explosionstrauma» hindeute. Ein anderer junger Schweinswal mit Explosionsverletzungen wurde beigefangen. Solche Verletzungen dürften die Orientierungsfähigkeit der Tiere erheblich vermindert haben. Siebert betonte: «Dies unterstreicht das hohe direkte und indirekte Schadenspotenzial der Sprengungen.»