Corona-Pandemie
Ciesek kritisiert Verkürzung des Genesenen-Status

«Dieses Virus hat uns immer wieder überrascht», sagt Ciesek zwei Jahre nach Beginn der Corona-Pandemie. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Lauterbach hält weiter daran fest, dass der Genesenen-Status nicht für sechs, sondern drei Monate gilt. Virologin Ciesek zeigt sich darüber «nicht glücklich» – und sieht vor allem für Junge ein Problem.

Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht die Verkürzung des Genesenen-Status von sechs auf drei Monate kritisch.

Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik plädierte am Freitag dafür, den Zeitpunkt des Boosterns nach Genesung «individual-medizinisch» zu entscheiden.

«So richtig glücklich und zufrieden bin ich nicht mit den Regelungen», sagte Ciesek. Einen einheitlichen Zeitpunkt für alle zu definieren, sei «sehr schwierig». Es müsse berücksichtigt werden, mit welcher Virus-Variante man infiziert wurde, wie alt man ist, wie lange gegebenenfalls die Impfungen zurückliegen.

Ciesek: Dilemma für Jugendliche

«Die Regelung mit den drei Monaten ist für einige Patienten sehr ungünstig», sagte sie in Wiesbaden. Jugendliche, die im Sommer geimpft wurden und sich im Herbst infizierten, seien jetzt «in einem echten Dilemma». Sie müssten sich nun nach drei Monaten boostern lassen, «haben aber zum Teil Antikörper, die unser Messfenster sprengen». Hier mache es Sinn, auf den neuen, an Omikron angepassten Impfstoff zu warten. Bei 60-Jährigen sei das ganz anders.

«Dieses Virus hat uns immer wieder überrascht», sagte Ciesek in ihrer Bilanz zwei Jahre nach Beginn der Pandemie. Virologen hätten zwar damit gerechnet, dass sich das Virus verändere, aber nicht damit, «dass das so schnell geht und dass wir so viele…