„Spotify ist zu einem Ort geworden, wo lebensbedrohliche Falschinformationen über Covid-19 verbreitet werden. Lügen werden hier gegen Geld verkauft“. Neil Young lässt den Worten auf seiner Website Taten folgen und lässt all seine Songs auf der Streaming-Plattform Spotify entfernen. Und das obwohl der kanadisch-amerikanische Sänger damit, laut eigenen Angaben, 60 Prozent seiner Streaming-Einnahmen verliert. 

Young hatte Spotify bereits Anfang der Woche aufgefordert, den Podcast des umstrittenen US-Podcasters Joe Rogan zu entfernen, da dieser Falschinformationen über das Coronavirus verbreite. In einem inzwischen gelöschten Text an seinen Manager und sein Plattenlabel erklärte Young: „Sie können Rogan oder Young haben. Nicht beide“. 

Der kanadisch-amerikanische Sänger lenkt damit die Aufmerksamkeit auf ein bis dato wenig diskutiertes Thema: Desinformation auf Podcast-Streaming-Plattformen wie Spotify. Young wirft Spotify vor, dass die von ihnen verbreiteten Falschinformationen über Impfstoffe „möglicherweise den Tod derjenigen zur Folge habe, die diesen von ihnen verbreiteten Desinformationen Glauben schenken“.

Verhärtete Fronten: Sänger Neil Young (links) und Podcaster Joe Rogan (rechts)

„Eine Bedrohung für die Gesundheit der Bevölkerung“

Neil Young ist nicht der Erste, der Joe Rogan und Spotify kritisiert. Anfang diesen Monats schrieb eine Gruppe von mehr als 270 Wissenschaftlern, Ärzten und Krankenpflegern einen offenen Brief an Spotify. Darin forderten sie den Streaming-Riesen dazu auf, seine Hörer vor einigen der Ansichten und (Falsch-)Informationen zu warnen, die Rogan und einige seiner medizinisch ausgebildeten Gäste verbreiteten. So behauptete der Kardiologe Dr. Peter McCullough in dem Podcast, dass die Corona-Impfstoffe „experimentell“ seien und die Pandemie „geplant“ sei.

In einer anderen Folgen des Rogan-Podcasts wurde die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe in Frage gestellt, jungen Menschen von einer Impfung abgeraten und behauptet,…