„Die NS-Zeit war so absurd und grausam, manchmal fällt es mir schwer, diese Vorfälle wirklich zu glauben.“ So wird eine Befragte der aktuellen Studie zum Umgang der heutigen Jugendlichen mit der NS-Zeit zitiert, die im Auftrag der Arolsen Archives entstand.

Die Arolsen Archives sind das weltweit umfassendste Archiv zu den Opfern und Überlebenden des Nationalsozialismus. Sie bewahren Originaldokumente über KZ-Häftlinge, Deportationen, Zwangsarbeit sowie Aussagen der Überlebenden auf, vieles findet sich online auf ihrer Internetseite. Die Sammlung mit Hinweisen zu rund 17,5 Millionen Menschen gehört zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Jetzt ist eine Studie zur Haltung der sogenannten Generation Zalso Jugendliche zwischen 16 und 25 Jahre, zum Thema Nationalsozialismus erschienen.

„Ich nehme in den Ergebnissen der Studie bei den Jugendlichen eine große Offenheit, Neugier und Freiheit im Denken wahr“, erklärt Floriane Azoulay, Direktorin der Arolsen Archives. „Heute erlebt diese Generation, dass Demokratien in Gefahr geraten können. Ich finde es sehr gut nachvollziehbar, dass Erinnerung für sie mit dem Blick in ihre eigene Lebenswelt verbunden ist, in der populistische, autoritäre und intolerante Stimmen immer lauter zu hören sind.“

Die Studie hat in zwei Phasen mehr als 1100 Probanden befragt und mit den Aussagen der Generation ihrer Eltern verglichen. Herausgekommen ist ein überraschender Fakt: Die Gen Z scheint sich deutlich mehr für die NS-Zeit zu interessieren als die Generation ihrer Eltern (75 Prozent vs. 66 Prozent) und verbindet die Auseinandersetzung mit dem Thema auch mit aktuellen gesellschaftlichen Problemen wie Rassismus und Diskriminierung. Die Verantwortlichen der Studie sehen in dem verstärkten Interesse der Jugendlichen mehrere Gründe: Ein wichtiger Aspekt ist das Gefühl, nicht mitverantwortlich zu sein, keine persönliche Schuld an der NS-Zeit zu tragen. „Das verschafft den Jugendlichen einen unbeschwerteren Zugang zu dieser Zeit“, sagt Stephan…