War es die harsche Kritik von Ex-Tennisstar Martina Navratilova, die zur Rückwärtsrolle der Veranstalter der Australien Opan in Sachen Peng-Shuai-T-Shirts führte? Oder wurde der Druck durch die weltweite Berichterstattung zu groß? Craig Tiley, Präsident von „Tennis Australia“, lässt nun doch zu, dass Zuschauer des Grand-Slam-Turniers in Melbourne T-Shirts mit der Aufschrift „Wo ist Peng Shuai?“ tragen. „Ja, solange sie nicht als Mob kommen, um zu stören, sondern friedlich sind“, sagte der Turnierdirektor der französischen Nachrichtenagentur AFP: „Einige Leute, die nicht hier sind und die Situation nicht richtig einschätzen können, haben das alles ein bisschen falsch verstanden.“

Martina Navratilova hatte das Verhalten der Australian-Open-Veranstalter in einer Fernseh-Diskussionsrunde als „wirklich, wirklich feige“ bezeichnet. Bei den T-Shirts handele es sich nicht um irgendeine politische Erklärung, sondern um eine Erklärung zu Menschenrechten, so die 65-jährige US-Amerikanerin, die in ihrer Karriere 31 Grand-Slam-Turniersiege gefeiert hatte: „Die Australier haben in dieser Frage kapituliert und lassen die Chinesen diktieren, was sie bei ihrem eigenen Slam zu tun haben. Ich finde das einfach sehr schwach.“

1000 T-Shirts beim Finale?

Auf Videos, die in den sozialen Netzwerken kursierten, waren Sicherheitskräfte zu sehen, die Zuschauer daran gehindert hatten, die T-Shirts mit der Aufschrift „Wo ist Peng Shuai?“ zu tragen. „Unsere Eintrittsbedingungen erlauben keine Kleidung, Banner oder Schilder, die kommerziell oder politisch sind“, hatte „Tennis Australia“ erklärt. Aktivisten hatten daraufhin eine Spendensammelaktion im Internet gestartet, um 1000 dieser T-Shirts zu drucken und unter den Zuschauern des Frauenfinals der Australian Open an diesem Samstag verteilen zu lassen.

„Ich denke, jeder von uns, wenn er in der Lage von Peng Shuai wäre – zum Schweigen gebracht und von der Welt abgeschnitten durch eine unverantwortliche Regierung – würde hoffen, dass sich…