Bundesservice Telekommunikation
Mit einem Anruf um 2 Uhr nachts: Hackerin will Geheimdienst hinter mysteriöser Behörde enttarnt haben

Enttarnt: Die Berliner Hackerin und IT-Aktivistin Lilith Wittmann ist sich ziemlich sicher, wer hinter dem Bundesservice Telekommunikation steckt.

© Jens Krick/Geisler-Fotopress / Picture Alliance

von Christian Hensen
24.01.2022, 19:00 Uhr

Lilith Wittmann will es geschafft haben: Die Tarnung des Bundesservice Telekommunikation sei dahin. Ihre spannende Recherche erinnert an die Arbeit eines Geheimdienstes.

Vor wenigen Tagen stieß die Berliner IT-Aktivistin und Hackerin Lilith Wittmann auf einen ungewöhnlichen Eintrag in einem offiziellen Verzeichnis des Bundes zu Abteilungen sämtlicher Behörden. Ein sogenannter Bundesservice Telekommunikation war zu sehen. Den kannte die versierte Expertin, die sich häufig mit Behörden beschäftigt, aber nicht – und sie fragte bei offiziellen Stellen nach. Einzige Reaktion? Der Eintrag verschwand aus besagter Liste und niemand äußerte sich zu dem Fall. Eine Karteileiche konnte es aber nicht sein, denn an der Adresse hängt ein passender Briefkasten. Hier beginnt der zweite Teil der Recherche um den Bundesservice Telekommunikation, den Wittmann Schritt für Schritt in ihrem Blog beschreibt.

2500 Quadratmeter – für was?

So war für Wittmann nach Hinweisen von Mitsuchenden auf der Webseite der Hausverwaltung von besagtem Bürokomplex relativ schnell festzustellen, dass sich hinter dem Briefkasten ein 2500-Quadratmeter-Büro befindet, vermietet an ein „Bundesministerium“. Der Screenshot dieser Angabe ist in ihrem Blog zu finden, auf der Webseite ist er verschwunden – bekannte Muster. Und obwohl sich diese Information zunächst als Sackgasse erwies, stattete Wittmann der Adresse einen Besuch ab. Mehr als zugezogene Vorhänge und vorbildlich gepflegte VW T6-Busse in der Tiefgarage gab es…