Die Lage in der Rebellenhochburg Saada, in der das zerstörte Gefängnis liegt, ist nach wie vor unübersichtlich. Helfer in der Stadt im Norden des Jemens sprechen von mindestens 60 Todesopfern und zahllosen Verletzten nach dem Luftangriff. Laut Behördenangaben werden noch viele Menschen vermisst. Viele der Opfer seien Zivilisten, darunter Flüchtlinge. Das Gefängnis soll als Unterkunft für Flüchtlinge aus Afrika genutzt worden sein. 

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) berichtete unter Berufung auf Mitarbeiter vor Ort, in ein lokales Krankenhaus seien mindestens 200 Verletzte gebracht worden. Am Ort des Angriffs lägen viele Leichen. „Es scheint ein schrecklicher Akt der Gewalt gewesen zu sein“, so ein MSF-Sprecher.

Saada liegt unweit der Grenze zu Saudi-Arabien und steht unter Kontrolle der schiitischen Huthi-Rebellen, die große Teile des Jemens beherrschen.

Auch die Hafenstadt Hodeida wurde angegriffen

Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition flog zudem einen Luftangriff auf die von den Rebellen kontrollierte Hafenstadt Hodeida. Dort wird ein Großteil der humanitären Hilfsgüter für den Jemen umgeschlagen.

Der Angriff habe einer „Drehscheibe der Piraterie und des organisierten Verbrechens“ gegolten, teilte das Militärbündnis mit. Nach Angaben der Huthis wurden mehrere Menschen getötet. Landesweit fiel nach dem Angriff das Internet aus, wie die Organisation NetBlocks berichtete.

Diese Kämpfer in der Provinz Schabwa unterstützen die Regierungstruppen (Archiv)

Im Jemen herrscht seit 2015 Krieg zwischen den von Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi und den Huthi-Rebellen, die vom Iran Schützenhilfe erhalten.

Am Montag hatten die Huthis erstmals die Vereinigten Arabischen Emirate angegriffen und drei Menschen getötet. Die Militärkoalition flog daraufhin Vergeltungsangriffe, bei denen mindestens 14 Menschen im Jemen getötet wurden.