U-Ausschuss
Hanau-Anschlag: Angehöriger kritisiert Behörden

Angehörige der Opfer kritisieren, dass sie nach der Tat keinen Ansprechpartner gehabt haben. Foto: Christophe Gateau/dpa

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Im Stich gelassen – so hat sich der Bruder eines der Anschlagsopfer von Hanau gefühlt. Im Zentrum seiner Kritik steht das Verhalten der Beamten unmittelbar nach der Tat.

Der Bruder eines bei dem Anschlag in Hanau ermordeten Mannes hat im Untersuchungsausschuss des hessischen Landtags die Arbeit der Behörden heftig kritisiert.

Die Polizei sei an dem Tatabend völlig überfordert gewesen, mit ihrem «genervten, ängstlichen und zum Teil sogar aggressiven Verhalten» hätten die Beamten die Situation für die Angehörigen noch schlimmer gemacht, sagte Cetin Gültekin.

Schwere Vorwürfe

«Es muss doch einen Plan geben, wie man mit den Menschen vor Ort in einer solchen Situation umgeht.» Es habe keinen Ansprechpartner, keine Informationen, geschweige denn tröstliche Worte gegeben. Erst nach vier Tagen hätten die Angehörigen den Aufenthaltsort der Leiche erfahren, diese lange Dauer sei «unverzeihlich».

Bei dem Anschlag in Hanau hatte der 43-jährige Deutsche Tobias R. am 19. Februar 2020 neun Menschen aus rassistischen Motiven ermordet. Danach tötete er nach Erkenntnissen der Ermittler seine Mutter und nahm sich selbst das Leben.

dpa

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