Soares, die Samba, Jazz, Elektro, Hip-Hop und Funk mischte und mehr als 30 Alben veröffentlichte, gilt als eine der größten Sängerinnen Brasiliens. Ihre höchste Ehrung: Beim Karneval von Rio 2020 ehrte die Sambaschule „Mocidade“ sie mit einem eigenen Umzug im Sambodrom.

„Vom Hunger-Planeten“

Geboren in einem Armenviertel in Rio de Janeiro, wurde Elza Soares mit zwölf Jahren verheiratet, mit 13 wurde sie zum ersten Mal Mutter, mit 21 war sie Witwe. Von welchem Planeten sie komme, wurde Soares im Radio 1953 gefragt, als sie mit der Musik anfing. „Vom Hunger-Planeten“, lautete ihre dann berühmt gewordene Antwort, die auch ihrem 34. und letzten Album „Planeta Fome“ von 2019 den Namen gab.

1959 gelang der Frau mit der markant rauen Stimme der Durchbruch, in den 1960er-Jahren etablierte sie sich als eine der führenden Samba-Interpretinnen des Landes. Viele Jahre trug Soares den Titel „Königin des Samba“, auch wenn sie sich nie darauf beschränkte.

Musik und soziales Engagement

Elza Soares sang bis ins hohe Alter und wurde dabei zu einer feministischen Ikone. Konzerte wie bei der Vorstellung von „Planeta Fome“ im „Circo Voador“ in Rio 2019 waren Ereignisse, fast Manifeste, bei denen sie soziale Ungleichheit und Rassismus kritisierte.

Privat machte Soares mit ihrer Beziehung zu Starspieler Garrincha Schlagzeilen, der nach der Fußball-WM in Chile 1962 wegen ihr seine Familie verließ. Brasilianische Medien erinnerten daran, dass Garrincha 1983 ebenfalls an einem 20. Januar gestorben war, so wie Soares jetzt.

haz/mak (dpa, afp, rtr)