Mehr Konkurrenz, weniger Wachstum
Netflix muss kämpfen. Das hat Folgen fürs Programm – und die Preise

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von Malte Mansholt
21.01.2022, 17:19 Uhr

Lange war Netflix der Goldstandard der Streamig-Branche. Doch die Konkurrenz hat in den letzten Jahren immer weiter aufgeholt. Nun wird die Luft dünner – und der Konzern ist zu unbeliebten Entscheidungen gezwungen. Und das, obwohl in nächster Zeit eine ganze Reihe von Hitserien in den Startlöchern stehen.

Es war eine wilde Zeit: Netflix musste nur eine neue Eigenproduktion ins Programm bringen und der Hit war quasi garantiert. Mit brillanten Shows wie „House of Cards“ oder „Orange is the New Black“ setzte der Pionier nicht nur einen neuen Standard für Streaming-Produktionen, sondern baute quasi im Alleingang einen Markt dafür auf. Auf dem tummeln sich nun immer mehr Konkurrenten. Und für Netflix wird es zunehmend schwerer, den hart erkämpften Thron zu verteidigen.

Dass diese Situation eintreten wird, zeichnet sich schon seit einigen Jahren ab. Mit Disney, Apple und HBO sind einige echte Schwergewichte in den Streaming-Markt eingestiegen und machen Netflix die Abo-Budgets und TV-Stunden der Kunden streitig. Im aktuellen Quartalsreport wird das erstmals wirklich spürbar. Auf Netflix dürften unbequeme Entscheidungen zukommen. Und die Kunden dürften mit höheren Kosten und mehr gestrichenen Serien rechnen müssen.

Mehr Kosten für weniger Wachstum

Dabei sehen die Zahlen zunächst gut aus. Mit 29,7 Milliarden Dollar hat Netflix 2021 soviel Geld eingenommen wie nie zuvor, der Gewinn ist mit 5,1 Milliarden Dollar fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Doch die Börse schaute gebannt auf einen anderen Wert, der ein düsteres Bild zeichnet. Mit 8,3 Millionen neuen Nutzern hat Netflix in den letzten drei Monaten…