Die Omikron-Variante sorgt für explodierende Corona-Zahlen – könnte aus Sicht von Experten aber auch den Weg aus der Dauerkrise weisen. Doch noch dürfe sich Deutschland andere Länder nicht zum Vorbild nehmen.

Es ist schwer zu durchblicken: Erstmals übersteigt die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz die 500er-Marke, hat mancherorts sogar Werte über 1500 erreicht.

Zugleich spricht das Robert Koch-Institut (RKI) von einer «neuen Phase der Pandemie», in der reine Fallzahlen in den Hintergrund rückten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder deutet die Abkehr vom «Team Vorsicht» an. Und in vielen europäischen Ländern werden Corona-Maßnahmen gelockert. Wo steht Deutschland?

In welcher Phase der Pandemie steht Deutschland gerade?

Die sehr ansteckende Sars-CoV-2-Variante Omikron sorgt für einen Anstieg der Corona-Neuinfektionen, geht allerdings tendenziell mit milderen Verläufen einher als ihr Vorgänger Delta. «Wegen der hohen Inzidenzen durchlaufen wir zurzeit eine kritische Phase», sagt Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie (BIPS) in Bremen. Wegen der extremen Dynamik könne es in den kommenden Wochen nochmals an vielen kritischen Stellen Engpässe geben – sowohl in Krankenhäusern als auch bei der sonstigen Versorgung. Davor warnt auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).

«Aber es gibt Licht am Ende des Tunnels», betont Zeeb. «Der derzeitige Anstieg wird in eine andere Phase der Pandemie münden.» Davon geht auch der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit von der Universität Hamburg aus. «In Großbritannien bricht die Omikron-Welle gerade in sich zusammen. Das kann man mit etwas Verzögerung auch hierzulande erwarten. Es gibt bisher keine Daten, die gegen dieses Szenario in Deutschland sprechen würden.»

Wann wird dieser Scheitelpunkt voraussichtlich erreicht sein?