Bei eingefleischten Fußballfans schlägt das Herz in der Regel nur für einen einzigen Verein. Aber was passiert wenn es irgendwann nicht mehr schlägt? Bei manchem glühenden Anhänger soll die Liebe über den Tod hinausgehen. Und er möchte ganz nah an seinem Herzensklub sein. Diese Möglichkeit gibt es – in Deutschland, aber auch international. 

Auf dem Schalker Fan-Friedhof etwa, der 2012 eröffnet wurde, können sich Anhänger der „Königsblauen“ ihre letzte Ruhestätte reservieren. „Auf diesem Motto-Feld gibt es insgesamt 1904 Plätze“, erklärt Ender Ulupinar der DW. Der Betreiber hegt und pflegt das 5000 Quadratmeter große Areal. Jetzt, nach zehn Jahren, „hat sich das Feld amortisiert“, sagt Ulupinar, der früher bei der Schalker Amateurmannschaft im Tor stand. Eine dreistellige Anzahl von Bestattungen und Reservierungen existieren mittlerweile. „Bis dahin musste ich Geld investieren“, sagt Ulupinar. Bei der Eröffnung habe man geglaubt, dass der Andrang größer sei. Dennoch: „Ich würde das jederzeit nochmal machen.“  

Der erste Fan-Friedhof in Deutschland wurde bereits 2008 in Hamburg eröffnet. Er liegt nur einen Steinwurf vom HSV-Stadion entfernt. „Die Menschen könnten dort den Torjubel hören, so nah ist das Motto-Feld am Stadion gelegen“, sagte eine Mitarbeiterin des Betreibers der DW, die allerdings unerkannt bleiben möchte. Die Resonanz in Hamburg ist eher bescheiden. „Alle paar Monate meldet sich mal jemand. Wir hatten uns davon sicherlich mehr versprochen“, sagt sie. 150 Plätze sind für die HSV-Fans vorhanden, gerade einmal 14 werden derzeit belegt oder sind reserviert. 

Asche auf dem Spielfeld

Die Möglichkeit, sich auf einem Vereinsfriedhof zur letzten Ruhe betten zu lassen, gibt es nicht nur in Deutschland. In Argentinien können sich Anhänger der Boca Juniors in Buenos Aires seit 2006 auf einem entsprechenden Grabplatz beisetzen lassen. Auch in England, dem Mutterland des Fußballs, wird von einigen Klubs auf besondere Weise an ihre…