Zankapfel ist nach wie vor die Frage, ob Ruangrupa, das indonesische Künstlerkollektiv, das die „documenta fifteen“ leitet, antisemitisch handelte, als sie das palästinensische Künstlerkollektiv „Question of Funding“ nach Kassel einlud. Die Gruppe hat ihren Sitz in Ramallah im Westjordanland. Ursprünglich wurde sie unter dem Namen Khalil al Sakakini Cultural Center (KSCC) eingeladen.

Kritik an Beteiligung palästinensischen Künstlerkollektivs

Namensgeber ist der arabische Nationalist Khalil al-Sakakini (1878-1953), der mit den Nationalsozialisten sympathisierte und gegen eine „jüdische Weltverschwörung“ agitierte. Darauf hatte ein Kasseler „Aktionsbündnis gegen Antisemitismus“ in einem Blog hingewiesen. Dem Sprecher des palästinensischen Kollektivs, dem 1981 in Syrien geborenen Architekten und Autor Yazan Khalili, wirft das Bündnis zudem vor, antisemitische Positionen zu vertreten. Ein Autor der Wochenzeitung „Die Zeit“ griff die Vorwürfe auf. Seither zieht die Debatte immer weitere Kreise.

An diesem Donnerstag (20.01.2022) meldete sich nun auch die jüdische Gemeinde in Kassel zu Wort. Ihre Vorsitzende, Ilana Katz, bezeichnete die Diskussion im Gespräch mit der Deutschen Welle als „nicht einfach“. Es gelte, jeden Schaden für Kassel und die Documenta zu vermeiden, so Katz. Und selbstverständlich habe das Kuratorenteam bei der Auswahl von teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern alle Freiheit, die es braucht. Das Khalil al Sakakini Cultural Center (KSCC) stufe sie allerdings als „problematisch“ ein, so Katz. „Das Kuratorenteam besteht aus Profis und muss für seine Entscheidung Verantwortung übernehmen“, so Katz. Die Documenta solle wachsam sein und Provokationen gegen die jüdische Gemeinde vermeiden. Katz steht seit 15 Jahren an der Spitze der Jüdischen Gemeinde Kassels.

Documenta weist Antisemitismusvorwürfe zurück

Handelten die Kuratoren wider besseres Wissen? Schauten sie nicht so genau hin? Trägt die Programmplanung zur Weltkunstausstellung in Kassel…