„Für welchen Stil man sich auch entscheidet, Winterexpeditionen auf Achttausender sind alles andere als Zuckerschlecken, und niemand, ohne Ausnahme, hat bei dieser Art des vertikalen Abenteuers leicht und häufig Erfolge gesammelt“, schreibt Simone Moro auf Instagram. Der 54 Jahre alte Italiener muss es wissen. Der Profibergsteiger hat mehr als 20 Winterexpeditionen auf dem Buckel.

In seiner langen Karriere sind Moro vier der 14 Winter-Erstbesteigungen von Achttausendern gelungen, so viele wie keinem anderen Bergsteiger weltweit – allesamt ohne Flaschensauerstoff: 2005 an der Shishapangma (8027 Meter) in Tibet, 2008 am Makalu (8485 Meter) in Nepal, 2011 am Gasherbrum II (8034 Meter) in Pakistan und 2016 am Nanga Parbat (8125 Meter), ebenfalls in Pakistan. In diesem Winter versucht sich Moro zum vierten Mal in den vergangenen sechs Jahren in der kalten Jahreszeit am Manaslu im Westen Nepals. Seit Weihnachten ist er am Berg. Vor zwei Wochen gab es am Manaslu drei Meter Neuschnee. Ausläufer einer Lawine trafen das Basislager auf 4850 Metern, fast alle Bergsteiger hatten rechtzeitig das Lager verlassen und waren ins Tal abgestiegen.

Sechs Sherpas, eine Kundin

Dass Moro unterschiedliche Stile beim Winterbergsteigen an den Achttausendern anspricht, kommt nicht von ungefähr. Denn inzwischen hat das kommerzielle Bergsteigen auch im Winter Einzug gehalten. So will der nepalesische Veranstalter „Dolma Outdoor Expeditions“ in diesem Winter seine Kundin Tseng Ko-Erh, auch „Grace“ Tseng genannt, auf den K2 (8611 Meter) bringen, den zweithöchsten Berg der Erde. Sechs erfahrene nepalesische Bergsteiger unter Leitung von Nima Gyalzen Sherpa sollen die Route mit Fixseilen sichern und die 28 Jahre alte Taiwanesin auf den Gipfel führen – mit Flaschensauerstoff.

Der 36 Jahre alte Sherpa hat nach Angaben der Bergsteiger-Chronik „Himalayan Database“ mehr als 20 Achttausender-Gipfelerfolge auf seinem Konto, acht davon am Mount Everest. Grace Tseng hat sich vorgenommen, als erste Taiwanesin alle 14…