Olympische Winterspiele 2022
Spionageverdacht bei Chinas Olympia-App: Experten warnen und Sportverbände raten zu Wegwerf-Handys

China hat den Ruf, sämtliche Lebensbereiche der Menschen zu überwachen. Sportlern, die an den Olympischen Spielen teilnehmen, raten Experten zur Vorsicht.

© Koki Kataoka / Picture Alliance

von Christian Hensen
19.01.2022, 14:51 Uhr

Sportler und Besucher der Olympischen Winterspiele in Peking müssen die App „My2022“ nutzen. Sie soll der Kontrolle des Covid-19-Gesundheitsstatus dienen. Aber Forscher warnen: Die Software ist alles andere als sicher.

Seit Jahren formt sich der chinesische Überwachungsstaat. Die kommunistische Regierung nutzt ihre Macht, um die Einwohner zu kontrollieren, insbesondere Smartphones und digitale Dienste unterliegen strengster Beobachtung. Aber nicht nur die chinesische Bevölkerung ist betroffen, sondern auch Besucher des Landes. Die kommen, der Pandemie zum Trotz, aufgrund der Olympischen Winterspiele in Peking (4. Februar bis 20. Februar 2022) bald in Scharen. Um daran teilnehmen zu dürfen oder sie zu besuchen, schreibt China die App „My2022“ vor. Genau davor warnen nun aber Experten und Verbände.

Die App soll nach offiziellen Angaben den Gesundheitsstatus dokumentieren und so im Hinblick auf die Pandemie für mehr Sicherheit vor Ansteckungen sorgen. Auch ein Messenger für den Austausch der Teilnehmer ist enthalten. Forscher von Citizenlab fanden in einer Analyse heraus, dass die App nicht nur zahlreiche sensible Informationen sammelt, sondern es auch mit deren Verschlüsselung nicht so genau nimmt. Der eingebaute Chat hält sogar Zensurfunktionen bereit.

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