Europol
Ermittler schalten Netzwerk von Cyber-Kriminellen aus

Boris Pistorius (SPD), Innenminister von Niedersachsen, gab ein Statement zu dem Einsatz ab. Foto: Moritz Frankenberg/dpa

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Cyberkriminalität boomt. Die Zahl der Attacken nimmt immer mehr zu – Online-Erpressung ist ein gutes Geschäft für Verbrecher. Ermittler aus zehn Ländern haben jetzt ein kriminelles Netzwerk ausgeschaltet.

Europäische Ermittler haben ein Netzwerk von Cyberkriminellen unschädlich gemacht und damit Schäden in Millionenhöhe verhindert.

In zehn Ländern seien 15 Server ausgeschaltet worden, die die Anonymität von Kriminellen im Internet gesichert hätten, teilte die europäische Polizeibehörde Europol in Den Haag mit. Ausgangspunkt der zweijährigen Ermittlungen war ein Cyberangriff auf die Stadtverwaltung von Neustadt am Rübenberge von 2019 – nach Angaben der federführenden Polizeidirektion Hannover. Weltweit seien verschiedene Behörden beteiligt gewesen.

Laut Europol nutzten Kriminelle die Infrastruktur des Dienstes VPNLab.net für schwere Cyber-Verbrechen. VPN («virtual private network» oder «virtuelles privates Netzwerk») bietet Nutzern die Möglichkeit, anonym miteinander zu kommunizieren – ohne dass Außenstehende Einblick haben. Kriminelle nutzen den Service auch für den abgesicherten Zugang zum Internet.

Die Aktion war bereits am Montag. Beteiligt waren neben der Polizeidirektion Hannover und der Staatsanwaltschaft Verden unter anderem Europol und die europäische Justizbehörde Eurojust, die Kontakt zu Ermittlern etwa aus den Niederlanden, Kanada, der Tschechischen Republik, Frankreich, Ungarn, Lettland und der Ukraine herstellte. Außerdem waren das FBI in den USA sowie Ermittler in Großbritannien beteiligt.

Gemeinsames Vorgehen

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