„Meine Nase tut noch ein bisschen weh“, berichtete Said Bakari am Freitag einer Autorin des „Brabanter Tageblatt“ über die Folgen der diversen Coronatests, die der 27-jährige und seine Kollegen von der Nationalmannschaft der Komoren in Kamerun über sich ergehen lassen mussten. Sie sind angekommen am Ort des Afrika-Cups – die Fußballer des Inselarchipels, die bei der 33. Auflage des „African Cup of Nations“ die größte Überraschungstüte sind. Gerade einmal etwa 850.000 Einwohner zählen die Komoren – die Qualifikation ihres Fußball-Nationalteams für den Afrika-Cup ist eine der größten Sensationen in der Geschichte des Turniers.

Am Montag starteten Komoren mit einer 0:1-Nidderlage gegen Gabun in die Gruppenphase. Weitere Gegner sind die afrikanischen Fußball-Schwergewichte Ghana und Marokko. Eine Qualifikation für das Viertelfinale wäre eine Sensation. Die der Außenseiter aber vor Turnierbeginn absolut ins Auge gefasst hatte. „Bei allem Respekt. Wir haben vor niemandem Angst“, sagt Bakari. „Wir sind hier bei diesem Turnier, also sind wir auch gut.“

Das „Chamäleon“ aus Waalwijk

Bakari wird bei seinem niederländischen Klub, dem RKC Waalwijk, liebevoll „Chamäleon“ genannt. Diesen Spitznamen hat er sich durch seine Wandelbarkeit auf dem Fußballplatz verdient. Kam der gebürtige Franzose 2017 noch als Stürmer zum damaligen niederländischen Zweitligisten, hat er seinen Platz im Team mittlerweile in der Abwehr gefunden. Dabei wäre als Spitzname auch „Fischchen“ für Bakari durchaus angemessen. Denn als Mitglied der „Coelacanths“ hat Bakari einen guten Teil dazu beigetragen, Afrikas Fußballszene regelrecht aufzumischen. 

Das Team, das nach dem fast ausgestorbenen Quastenflosser, dem Coelacanth, benannt ist, den es fast nur noch an der Ostküste Afrikas gibt, schaffte Ende März 2021 die Sensation und qualifizierte sich zum ersten Mal in der Geschichte des Landes für die Endrunde des Afrika-Cups. In der Qualifikationsgruppe musste man lediglich Ägypten den Vortritt…