Truppenaufmarsch an Ukraine-Grenze
Waffen, Sanktionen, Gas: Die Hebel im Konflikt mit Russland

Russischer Truppentransport in Belarus: Die beiden Nachbarn begehen einen gemeinsames Militärmanöver.

© Belarussisches Verteidigungsministerium / AFP

Was passiert, wenn sich die Lage weiter zuspitzt? Wenn Russland tatsächlich mit Soldaten die ukrainische Grenze überschreitet? Ebenfalls Soldaten schicken, wird der Westen nicht. Es bleiben Sanktionen, die nicht nur Moskau schmerzen würden.

Wer sitzt wo an welchem Hebel und wer hat den Längsten? Auf diese Fragen lässt sich die derzeit angespannte Lage in Osteuropa wohl am besten zusammenfassen. Auf der einen Seite schickt Russland Soldaten an seine Westgrenze, seit Dienstag auch nach Belarus. Gleichzeitig verlangt die Regierung in Moskau „Sicherheitsgarantien“ vom Westen, der sich wiederum eher irritiert anschaut und über Intention und angemessene Reaktion diskutiert. Die Fronten sind also relativ klar, allerdings nicht, wie es weitergeht

Die Logik des Säbelrasselns

Sicher ist: Krieg oder überhaupt einen Militäreinsatz will offiziell niemand, doch die Logik des Säbelrasselns folgt nicht immer den Wünschen oder der Vernunft. Beginnt der eine sich für den Konflikt zu rüsten, fühlt sich der andere provoziert und rüstet ebenfalls auf – es ist der immer gleiche Kreislauf. Derzeit gibt es im Lager der Nato und den europäischen Staaten im Wesentlichen zwei Lager: die Falken und die Diplomaten.

Deutschland gehört eindeutig zu letzteren, wie Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) bei ihrem Antrittsbesuch in Moskau klar gemacht hat. Es sei wichtig, dass der sogenannte Normandie-Prozess „wieder mit Leben gefüllt“ werde und es Fortschritte bei der Umsetzung der Minsker Vereinbarungen gebe, sagte sie bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit ihrem russischen Kollegen Sergej Lawrow. 

Wie…