Tarife
Streikplanungen bei Privatbanken

Bei den Tarifverhandlungen für Deutschlands Privatbanken sind die Gespräche abgebrochen. Nun stehen die Zeichen auf Streik. Foto: Boris Roessler/dpa

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Neue Warnstreiks statt Tarifeinigung: Bei den privaten Banken stehen die Zeichen auf Konfrontation. Die Schuld für den Abbruch der Verhandlungen schieben sich die Tarifpartner gegenseitig zu.

Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen für Deutschlands Privatbanken laufen bei Verdi die Streikvorbereitungen. «Wir haben gestern Abend mit der Streikplanung begonnen», sagte der Verhandlungsführer der Gewerkschaft, Jan Duscheck, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

«Wir werden sicher die Streiks in den nächsten Wochen hochfahren und ausweiten. Der gestrige Verlauf hat zu großem Unmut bei uns und bei unseren Mitgliedern geführt.» Erste Arbeitskampfmaßnahmen könnte es in der kommenden Woche geben.

Die vierte Runde der Gespräche für 140.000 Beschäftigte privater Banken war am Montag bereits nach kurzer Zeit abgebrochen worden. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) argumentierte, Verdi habe «zusätzliche unüberwindbare Hürden für eine Tarifeinigung aufgebaut». Die Gewerkschaft ihrerseits warf der Arbeitgeberseite vor, sie sei nicht bereit gewesen, ernsthaft über das von Verdi vorgelegte modifizierte Forderungspaket zu verhandeln.

Ohrfeige nach ausgestreckter Hand

«Ich habe es noch nie erlebt, dass ein Arbeitgeber sagt, er sei bereit, auf Augenhöhe Gespräche fortzuführen, sich die Forderungen anhört und dann geht», sagte Verdi-Sekretär Stefan Wittmann, der ebenfalls an den Verhandlungen beteiligt ist. «Die Arbeitgeber sind uns mit der ausgestreckten Hand entgegengekommen und als wir sie ergriffen haben, haben wir eine Ohrfeige bekommen. Es wird vertrauensbildende Maßnahmen von Seiten des AGV…