Sportler auf der ganzen Welt bereiten sich zurzeit auf die Reise zu den Olympischen Winterspielen in Peking vor. Dazu gehört dieses Jahr auch, die geltenden Gesundheitsvorgaben zu beachten. Die Athleten sind angehalten die My2022 genannte offizielle App auf ihren Smartphones installieren. 

Doch die App verschlüsselt die Daten nur mangelhaft – das geht aus einem Bericht von Citizen Lab hervor, der der Deutschen Welle exklusiv vorliegt. Sportler, Journalisten und Funktionäre werden dadurch ernsthaften Gefahren durch Hacker ausgesetzt. Ihre Privatsphäre wird nicht gewahrt und ihre Daten sind nicht vor Diebstahl und Überwachung geschützt. Zudem fanden die IT-Forensik-Experten eine Zensurliste in der App.

Die Datensicherheit bei den Winterspielen in Peking steht ohnehin in der Kritik: Deutschland, Australien, Großbritannien und die USA halten ihre Nationalen Olympischen Komitees sowie ihre Sportler dazu an, ihre privaten Telefone und Laptops zuhause zu lassen. Stattdessen sollen sie extra Geräte nur für Olympia mitnehmen, so groß ist die Furcht vor digitaler Spionage. 

Das niederländische NOK hat es aus genau diesem Grund seinen Sportlerinnen und Sportlern sogar explizit verboten, persönliche Smartphones und Laptops mit nach China zu bringen.

In die My2022-App sollen Athleten, Trainer, Reporter, Sportfunktionäre und lokale Mitarbeiter ihre Gesundheitsdaten eintragen

My2022-App: Kontaktverfolgung und vieles mehr

Die Olympischen Winterspiele beginnen am 4. Februar und werden die zweiten Spiele in Zeiten der Corona-Pandemie sein. Es verwundert insofern nicht grundsätzlich, dass es eine Smartphone-App gibt – die gab es bei den Sommerspielen letztes Jahr in Tokio auch, um mögliche Infektionen der Athleten zu verfolgen. Laut offiziellem Playbook des Internationalen Olympischen Komitee (IOC) müssen alle, die sich in der speziell eingerichteten „Olympia-Blase“ aufhalten werden, also Athleten, Trainer, Reporter, Sportfunktionäre sowie die Tausende lokale Mitarbeiter,…