Wenn nicht alles täuscht, wird man auf 2022 einmal als das Jahr zurückblicken, in dem die Besiedlung des Mondes ihren Anfang nahm. Nicht weniger als ein Dutzend Missionen zum Erdtrabanten sollen innerhalb der kommenden zwölf Monate starten, sechs Nationen und die Esa sind beteiligt, Tests für bemannte Flüge werden durchgeführt, Sonden und ein Fahrzeug im grauen Mondsand abgesetzt, Satelliten gestartet, neue größere Raketen eingesetzt. Was in den vergangenen Jahren bereits seinen Anlauf nahm – mit der spektakulären Landung Chinas auf der dunklen Seite des Mondes als Höhepunkt – nimmt in den kommenden Monaten Fahrt auf.

Die Menschheit kehrt zurück zum Mond und diesmal wollen wir dort bleiben. Eine ständige, dauerhaft besetzte Station soll entstehen – vorzugsweise am Südpol, weil dort Wassereis-Vorkommen vermutet werden, die Aufbau und Betrieb einer solchen Station erheblich erleichtern würden. Künftig soll die Lunar Orbital-Plattform namens „Gateway“ den Erdbegleiter umrunden – eine Orbitalstation, die gleichermaßen der Forschung wie dem Tourismus als Ausgangspunkt für Mondtrips dienen soll, und auch für Flüge zum Mars soll der Mond eine Zwischenstation werden, denn ein Start von dort wäre wegen der kaum vorhandenen Anziehungskraft auf dem Erdbegleiter deutlich leichter und womöglich kostensparender möglich als von der Erdoberfläche.

Rückkehr zum Mond: Donald Trump lieferte den Anstoß

Dass die Menschheit zum Mond zurückkehrt, ist nicht zuletzt dem früheren US-Präsidenten Donald Trump zu verdanken. 2017 verkündete er, dass die Nasa wieder Astronauten auf den Mond bringen und den Himmelskörper dauerhaft erkunden soll. 2024, so Trumps überambitionierte Vorstellung, sollten wieder US-Amerikaner:innen auf dem Mond landen. Das war und blieb unrealistisch, doch das damit ins Leben gerufene Artemis-Programm wurde aufgenommen und im März startet zumindest der erste unbemannte Testflug…