Fünf Jahre hat das 30-köpfige Expertenteam ermittelt. Nun glaubt es herausgefunden zu haben, wer Anne Frank und ihre Familie im August 1944 an die Gestapo auslieferte. Die Ergebnisse des Untersuchungsteams waren am Montag (17.1.) in niederländischen Medien zu lesen. Der jüdisch-niederländische Notar Arnold van den Bergh soll den deutschen Besatzern eine Liste mit Verstecken von Juden in Amsterdam übergeben haben, um das Leben seiner eigenen Familie zu retten. Darunter war auch die Adresse des Hinterhauses in der Prinsengracht in Amsterdam, in dem sich Anne Frank aufhielt. 

Anonymer Brief lieferte wichtige Hinweise

Hauptbeweis sei die Kopie eines anonymen Briefes, den Annes Vater Otto Frank 1946 erhielt. Darin wurde der Name des Notars bereits genannt. Diese Spur sei zwar bekannt gewesen, so das Ermittlerteam, man sei ihr aber bisher noch nicht konsequent nachgegangen. Der Notar Arnold van den Bergh war Mitglied des Jüdischen Rates, hatte daher viele Kontakte und war zunächst vor einer Deportation geschützt. Doch 1944 fiel dieser Schutz weg. Deshalb soll er in seiner Verzweiflung die Verstecke mehrerer jüdischer Familien verraten haben – in der Hoffnung seine Frau, seine drei Töchter und sich selbst retten zu können. 

Wer war Anne Frank?

Auf der Flucht vor den Nazis

1934 flüchtet Anne Frank mit ihrer Familie vor den Nationalsozialisten aus Deutschland in die Niederlande. Im Zweiten Weltkrieg müssen sie untertauchen, um den Nazis zu entkommen. Sie leben zwei Jahre lang versteckt in einem Hinterhaus in Amsterdam – bis sie verraten werden: Am 4. August 1944 werden Anne Frank und ihre Familie entdeckt, verhaftet und nach Auschwitz deportiert.

Wer war Anne Frank?

Familienbande

Anne Frank (vorne links) hatte eine dreieinhalb Jahre ältere Schwester namens Margot (hinten rechts). Ihr Vater Otto Frank machte dieses Foto am achten Geburtstag von Margot im Februar 1934. Anne war damals vier Jahre alt und die Familie bereits im Exil in den…