Novak Djokovic
Spiel, Satz und Sieg Australien

Aus schon vor der ersten Runde: Novak Djokovic muss Australien verlassen.

© Marco Bertorello / AFP

von Max Seidenfaden
16.01.2022, 10:57 Uhr

Novak Djokovic muss Australien verlassen und verpasst das erste Grand-Slam-Turnier des Jahres. Es ist das Ende eines anderthalbwöchigen Trauerspiels um einen Weltstar, der sich für wichtiger als eine Pandemie hält.

Nun also doch: Novak Djokovic darf nach einer tagelangen Debatte um sein Australien-Visum nicht bei den Australian Open teilnehmen und muss das Land verlassen. Der 34-Jährige verpasst damit seine Chance auf den zehnten Titel in Down Under und den 21. Grand-Slam-Titel seiner Karriere. Es ist das traurige Ende eines Tennis-Superstars, der nicht nur jegliche rechtliche Mittel ausgeschöpft hat, sondern dabei auch seinen Ruf und seine Beliebtheit verspielt hat.

Zu sehr versuchten der Weltranglistenerste und seine Anwälte mit Tricksereien die Aufenthaltserlaubnis in Australien zu erzwingen. Ungeklärte Fragen zum PCR-Test im Dezember, fehlerhafte Angaben beim Visum und fragwürdige Reisen im Vorfeld des Turniers – Djokovic und sein Team haben alles dafür getan, um maximal unglaubwürdig zu wirken. Viel schmerzhafter als das Aus in Australien dürfte jedoch der Imageverlust sein. Der 34-Jährige wollte aus purem Egoismus an dem Turnier teilnehmen. Irgendeine Form von gesellschaftlicher Verantwortung sucht man dagegen vergebens. Nicht nur in Australien hat das arrogante Verhalten des Serben viele Anhänger verstimmt. Aber auch Sponsoren dürften die letzten anderthalb Wochen genauestens beobachtet haben. Kann man weiterhin mit einem Mann zusammenarbeiten, dem die Corona-Pandemie gelinde gesagt am Allerwertesten vorbeigeht? Diese Frage wird man sich bei den Sponsoren wie Lacoste, Asics und Peugeot in den nächsten Tagen wohl auch stellen.

Die Ausweisung von Novak Djokovic…