Selbstverständlich kann man im Jahr 2022 einen Sieg des 1. FC Köln gegen Bayern München nicht erwarten. Man kann – sofern kein Fan der Münchener – lediglich auf einen Überraschungserfolg von Teams wie Köln und anderen hoffen. So wie viele Fans von Borussia Dortmund und Anderen, die sich endlich mal wieder einen spannenden Meisterkampf in der Bundesliga und einen Meister, der nicht Bayern München heißt, wünschen.

Die zarten Hoffnungen all derer, die sich ein Ende in der Meisterkampfödnis wünschen, ruhte nach Dortmunds furiosem 5:1 gegen Freiburg zum Auftakt des Spieltags am Freitag-Abend dieses Mal eben auf dem 1. FC Köln. Und es schien nicht der schlechteste Zeitpunkt für ein Aufeinandertreffen mit dem Rekordmeister. Bayern nach den vielen Corona-Fällen im Team immer noch ersatzgeschwächt, der FC unter Trainer Steffen Baumgart selbstbewusst und stark wie lange nicht mehr – soweit die Theorie. Auch Baumgart selber hatte die Erwartungserhaltung vor dem Spiel geschürt und wollte einen guten Zeitpunkt erkannt haben, um zum ersten Mal seit 2011 einen Sieg gegen die Münchener feiern zu können.

Gegen Bayern versagen die Nerven

Soweit die Theorie, doch es kam anders. Einmal mehr wurde deutlich, was neben der fußballerischen Klasse der Bayern der Grund für den seit Jahren nicht existenten Titelkampf in der Bundesliga ist: Wenn es gegen die Bayern geht versagen auch den Teams aus dem vorderen Tabellenbereich schlicht die Nerven. Der wohl beste 1. FC Köln, den man seit Jahren gesehen hat und der quasi in Schlagdistanz zu den CL-Rängen stand, ist gegen Bayern München nicht ein paar Plätze, sondern gefühlt ein paar Ligen entfernt. Fehler wie der exemplarische Ballverlust von Ondrej Duda vor dem 1:0 gehören nicht in das Spiel einer Mannschaft, die Bayern München ernsthaft herausfordern will. Das 4:0 am Ende resultierte keineswegs aus einem Gala-Auftritt des Rekordmeisters, sondern aus den Fehlern und der offenkundigen Unfähigkeit der Kölner, auf diesem Niveau…