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Wie die FDP bei der Corona-Impfpflicht ins Schwanken gerät

Christian Lindner, Bundesvorsitzender der FDP und Bundesfinanzminister

© Uli Deck / DPA

von Florian Schillat
15.01.2022, 19:54 Uhr

Im Ringen um die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht entpuppt es sich als hartes Los, liberal zu sein: Die FDP ist in der Frage mindestens uneins, die Meinungen gehen weit auseinander. Bahnt sich ein Kompromiss an?

Ja, nein, jein: Christian Lindner könnte beispielhaft für das Schwanken und Schlingern stehen, das die Auseinandersetzung um die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht für viele in der Politik momentan darstellt. Braucht es sie wirklich, und wenn ja, wie könnte sie aussehen? Insbesondere die FDP erscheint auf der Suche nach Antworten mindestens uneins.

„Der Liberalismus kennt keine Glaubenskongregation“, also nicht die eine richtige Losung, versuchte Lindner in der „Welt am Sonntag“ einen Erklärungsversuch. Der FDP-Chef skizzierte die „unterschiedlichen Abwägungen“, zu denen ein Liberaler kommen könne: „Einerseits wäre eine Impfpflicht ein empfindlicher Eingriff in das Selbstbestimmungsrecht. Andererseits nehmen Geimpfte momentan Einschränkungen ihrer Freiheit hin, weil sie auf die Ungeimpften Rücksicht nehmen müssen, um eine Überforderung des Gesundheitswesens zu verhindern.“ Beide Positionen genießen „Respekt“ in der FDP, versicherte ihr Vorsitzender. 

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