Vor Gerichtsentscheidung
Verschärfter Ton: Australien hält Djokovic für eine Gefahr der öffentlichen Gesundheit

Novak Djokovic auf dem Weg ins Abschiebehotel

© DPA

von Tim Schulze
15.01.2022, 17:55 Uhr

Vor der entscheidenden Gerichtsverhandlung im Fall Novak Djokovic hat die australische Regierung ihre Argumentation verändert. Immigrationsminister Alex Hawke sieht in Djokovic eine Gefahr für die öffentliche Ordnung und den Kampf gegen die Pandemie.

Die Bilder hatten etwas Entwürdigendes. Die Nummer eins der Tennis-Weltrangliste saß im Fond eines Autos, gekleidet in einen grünen Trainingsanzug und mit einer FFP2-Maske im Gesicht, neben ihm ein Begleiter. Der Wagen bahnte sich langsam einen Weg durch eine Gruppe von Protestierern, die „Free Djokovic“-Schilder hielten und skandierten. Auch Kameras und Journalisten waren in großer Zahl vor Ort, als der derzeit beste Tennisspieler der Welt zurück ins berüchtigte Park Hotel nahe des Flughafens kam, auch bekannt als „Maden Hotel“.

Dort muss Djokovic ausharren, bis am Sonntagmorgen ein Bundesgericht endgültig über die Aufenthaltsgenehmigung des Serben verhandelt. Verliert Djokovic bei seinem Einspruch gegen die Aberkennung seines Visums, muss er umgehend ausreisen und darf drei Jahre lang nicht mehr ins Land. Gewinnt er, kann er ab Montag bei den Australian Open antreten und versuchen, sie zum zehnten Mal zu gewinnen. Die Entscheidung, an der drei Richter mitwirken, ist endgültig.

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Doch es wird schwer. Immigrationsminister Alex Hawke hat seinen Tonfall deutlich verschärft. In einer am Samstag bei einer Gerichtsanhörung vorgelegten Begründung, die 268 Seiten lang…