Konflikt um Ukraine
Plant Russland eine Operation unter falscher Flagge? Cyberangriff auf Kiewer Regierungsseiten

Ukrainischer Soldat auf Patrouille in der Nähe von Lugansk, im Osten des Landes.

© Anatolii Stepanov / AFP

Spitzendiplomaten aus Russland und dem Westen ringen darum, den Ukraine-Konflikt zu deeskalieren. Einigung Fehlanzeige. Kiew meldet derweil eine großangelegte Cyber-Attacke auf Regierungsseiten – und Washington wirft Moskau finstere Pläne vor.

Russland arbeitet nach Angaben der US-Regierung daran, einen Vorwand für einen Einmarsch in der Ukraine zu schaffen. „Wir haben Informationen, die darauf hinweisen, dass Russland bereits eine Gruppe von Agenten aufgestellt hat, um einen Einsatz unter falscher Flagge in der Ostukraine auszuführen“, sagte ein US-Regierungsvertreter.

Die russischen Agenten seien „im Häuserkampf und im Einsatz von Sprengstoff ausgebildet, um Sabotageakte gegen Russlands eigene Stellvertreterkräfte zu verüben“, sagte der US-Regierungsvertreter. „Russland legt die Grundlagen, um die Option zu haben, einen Vorwand für eine Invasion zu erfinden, unter anderem durch Sabotageakte und Informationsoperationen.“ Ziel sei es, der Ukraine vorzuwerfen, einen „unmittelbar bevorstehenden Angriff auf russische Kräfte in der Ostukraine vorzubereiten“.

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Die russischen Streitkräfte würden planen, mit diesen Aktivitäten einige Wochen vor einem militärischen Einmarsch zu beginnen, der „zwischen Mitte Januar und Mitte Februar“ starten könnte, sagte der Regierungsvertreter weiter. Die Aussagen aus Washington stießen in Moskau auf Empörung. „All diese Erklärungen waren bisher haltlos und wurden durch nichts bestätigt“, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow der staatlichen Nachrichtenagentur Tass.