Meinung

Australian Open
Novak Djokovic hat seine Glaubwürdigkeit verspielt. Jetzt spielt er mit seiner Karriere

Ene mene muh und raus bist du: Novak Djokovic darf jetzt doch nicht in Australien bleiben

© Darrian Traynor / Getty Images

von Max Seidenfaden
14.01.2022, 11:41 Uhr

Novak Djokovic bekommt doch kein Visum für Australien – vorerst. Das Theater um den Weltstar hat ein neues trauriges Kapitel. Djokovic steht jetzt am Scheideweg seiner Karriere.

Er darf nicht einreisen, er darf bleiben, jetzt muss er Australien doch verlassen: Das Trauerspiel um Tennis-Star Novak Djokovic und die Teilnahme bei den Australian Open hat ein neues Kapitel – es wird wahrscheinlich nicht das letzte sein. Nachdem Australiens Einwanderungsminister Alex Hawke am Freitagmorgen deutscher Zeit sein persönliches Recht nutzte, Djokovic das gerade erst juristisch zurückerhaltene Visa wieder abzuerkennen, muss der Weltranglistenerste nun seinen Traum vom zehnten Titel beim ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres voraussichtlich begraben – und das vielleicht für immer.

Hawke berief sich in seiner Entscheidung auf den Migration Act des Landes, der eine Annullierungsbefugnis beinhaltet, wenn eine Person ein Risiko – beispielsweise gesundheitlicher Natur – für die australische Bevölkerung darstellt. Ob der ungeimpfte Djokovic nun unbedingt als gesundheitliches Sicherheitsrisiko für Australien dargestellt werden muss, darüber lässt sich zweifelsohne streiten. Fakt aber ist, dass Australien mit der Entscheidung einen Präzedenzfall vermeiden will: Wie will man es anderen Bürgern und Reisenden verwehren, ungeimpft ins Land zu kommen, wenn ein Tennisspieler eine Ausnahmegenehmigung erhält? Das ist vielen Leuten in Australien, die mitunter zwei Jahre ohne die engsten Familienangehörigen auskommen mussten, nur schwer zu verkaufen. Eine Entscheidung gegen ein Visum für Djokovic daher nur verständlich.