Die britische Regierung hat sich nach Enthüllungen über Partys in der Downing Street am Vorabend der Beerdigung von Prinz Philip bei Königin Elizabeth II. entschuldigt. „Es ist zutiefst bedauerlich, dass dies in einer Zeit der nationalen Trauer geschehen ist“, sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson. Downing Street habe sich auf offiziellem Weg beim Palast entschuldigt.

Der neueste Bericht über Lockdown-Partys im Regierungssitz am Vorabend von Philips Beerdigung heizt auch die innerparteiliche Wut auf den konservativen Premier weiter an: Fünf Tory-Abgeordnete fordern bisher offen seinen Rücktritt. Tatsächlich wollten jedoch bereits 30 konservative Parlamentarier Johnson loswerden, berichtete die Zeitung „Daily Telegraph“. Auch mehrere Ortsverbände der Konservativen sollen auf eine Ablösung drängen. In Umfragen hat die oppositionelle Labour-Partei mit zehn Punkten einen so hohen Vorsprung wie seit knapp zehn Jahren nicht mehr.

„Während die Queen trauerte, feierte No. 10“

Auch wenn Johnson selbst nicht an den Partys am 16. April 2021 teilnahm und auch nicht in der Downing Street anwesend war, wird er für das Verhalten seiner Mitarbeiter verantwortlich gemacht. „Während die Queen trauerte, feierte No. 10“, twitterte der Chef der Liberaldemokraten, Ed Davey. 

„Ich habe keine Worte für die Kultur und das Verhalten in No. 10“, twitterte Labour-Vizechefin Angela Rayner. Der Fisch stinke vom Kopf. 

Philips Beerdigung fand nur im engsten Familienkreis statt. Damals waren aufgrund der Pandemie nur Treffen von 30 Menschen zugelassen. Die Bilder der trauernden und wegen Corona-Regelungen allein auf einer Bank in der St George’s Chapel von Schloss Windsor sitzenden Königin hatten im April Menschen in der ganzen Welt gerührt.

Elizabeth II. bei der Trauerfeier für ihren Ehemann Philip am 17. April 2021 in der St George’s Chapel in Schloss Windsor

Der „Telegraph“-Bericht über die Feiern in der Downing Street – Verabschiedungen von zwei Mitarbeitern -…