IS-Rückkehrerin
Mutter wegen Kriegsverbrechen vor Gericht

Die Angeklagte zu Beginn des Prozesses im Sitzungssaal im Strafjustizgebäude in Hamburg. Foto: Marcus Brandt/dpa

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Eine 39-Jährige aus Schleswig-Holstein reist 2016 mit ihrem Sohn ins IS-Gebiet. Knapp zwei Jahre später stirbt der 15-Jährige als Kämpfer der Terrormiliz. In Hamburg war heute Prozessbeginn.

Vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg hat ein Prozess gegen eine 44-Jährige wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland und Kriegsverbrechen begonnen.

Die Schleswig-Holsteinerin aus Bad Oldesloe soll im Sommer 2016 mit ihrem damals noch 13-jährigen Sohn nach Syrien gereist sein und sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeschlossen haben, wie eine Vertreterin der Bundesanwaltschaft bei der Anklageverlesung sagte. Am 23. Februar 2018 kam der Sohn bei einem Bombenangriff ums Leben. Der Familienvater soll bereits 2015 als Kämpfer zum IS nach Syrien gegangen sein.

Weitere Anklagepunkte gegen die 44-Jährige sind die Verletzung der Fürsorge- und Erziehungspflicht, fahrlässige Tötung und Verstoß gegen das Waffengesetz. Nach dem Tod ihres Sohnes habe die Angeklagte ihren älteren Sohn in Deutschland aufgefordert, sich über den «Märtyrertod» seines Bruders zu freuen. Sie selbst habe dem IS bis zu dessen militärischer Niederlage die Treue gehalten und sich erst im Februar 2019 zusammen mit ihrem Mann kurdischen Kräften ergeben. Die Angeklagte wurde nach ihrer Rückkehr am 24. März 2021 von Beamten des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein am Flughafen in Berlin festgenommen. Über den Verbleib des Mannes ist nichts bekannt.

Verteidiger Martin Heising sagte, seine Mandantin werde sich zunächst nicht zu den Vorwürfen äußern. Die Frau mit blonden, zusammengesteckten Haaren und einem weißen Kapuzenshirt gab lediglich ihre…