Premier unter Beschuss
Queen trauert, Downing Street feiert: Johnsons Lockdown-Partys sorgen für Empörung

Boris Johnson, Premierminister von Großbritannien, fasst sich an den Kopf, als er während einer Pressekonferenz über Corona-Maßnahmen spricht

© Jack Hill / The Times / PA Wire / DPA

Boris Johnson steht wegen mehrerer mutmaßlicher Lockdown-Partys in seinem Amtssitz bereits massiv in der Kritik. Neue Enthüllungen verschärfen die Lage für den britischen Premier zusätzlich. Nun wird sogar die trauernde Queen in die Affäre hineingezogen.

Der „Partygate“-Skandal der britischen Regierung weitet sich erneut aus. Wenige Stunden bevor sich die Queen offiziell von ihrem langjährigen Ehemann Prinz Philip verabschiedete, soll in der Downing Street noch getrunken und getanzt worden sein: Neue Enthüllungen über weitere Lockdown-Partys im Amtssitz von Boris Johnson spitzen die brisante Lage des Premiers weiter zu. Am Vorabend der Beisetzung des Queen-Gemahls im April sollen Dutzende Mitarbeiter der Downing Street dort zwei Partys gefeiert haben, wie die Zeitung „Daily Telegraph“ in der Nacht zum Freitag berichtete. Demnach nahmen insgesamt rund 30 Menschen teil. Damals galten strenge Kontakt- und Abstandsregeln wegen der Corona-Pandemie. Die Queen musste wegen der Vorschriften am nächsten Tag ganz alleine in der Kapelle ihrer Residenz Windsor sitzen, als dort ihr Ehemann, mit dem sie 73 Jahre verheiratet war, bestattet wurde.

Queen trauert – Johnson feiert

Das Foto der einsamen Queen war einer der prägenden Eindrucke der Pandemie und berührte die Herzen von Millionen Briten. Umso größer ist nun die Empörung. „Während sie trauerte, feierte No. 10“, sagte der Chef der Liberaldemokraten, Ed Davey. Auch wenn Johnson selbst nicht an den Partys am 16. April 2021 teilnahm und auch nicht in der Downing Street anwesend war, wird er für das Verhalten seiner Mitarbeiter…