Ausbildungsvergütung
In diesen Berufen werden Azubis am besten bezahlt

Tarifliche Unterschiede: Zimmerleute verdienen als Auszubildende sehr gut, Tischler dagegen unterdurchschnittlich

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von Daniel Bakir
14.01.2022, 19:13 Uhr

Die Azubi-Gehälter sind im vergangenen Jahr nur leicht gestiegen, zeigt eine Auswertung. Die Vergütung unterscheidet sich dabei teils gewaltig: Zimmerleute bekommen fast doppelt so viel wie Friseure.

Viele Betriebe suchen händeringend nach Azubis: Rund 63.000 Ausbildungsplätze blieben 2021 unbesetzt – das ist ein neuer Rekordwert. Allerdings haben die Arbeitgeber auf der Gehaltsseite zuletzt auch nicht sonderlich viel getan, um junge Kräfte anzulocken, wie eine Auswertung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zeigt.

Die tariflichen Ausbildungsvergütungen sind demnach 2021 im Schnitt lediglich um 2,5 Prozent gestiegen, nach 2,6 Prozent im Vorjahr. Zuvor hatte das jährliche Plus seit 2012 laut BIBB meist deutlich über drei Prozent gelegen.

Doch in der Corona-Pandemie agieren die Unternehmen zurückhaltend. „Ursächlich für die geringen Anstiege sind Verschiebungen von Tarifabschlüssen und eine Konzentration auf Beschäftigungsabsicherung bzw. auf die Abmilderung von Folgen der wirtschaftlichen Einschränkungen“, analysieren die BIBB-Autoren Gudrun Schönfeld und Felix Wenzelmann. Zur fehlenden Planungssicherheit vieler Betriebe komme, das Jugendlichen die Berufsorientierung erschwert wird, weil Praktika und ähnliche Angebote wegfallen. 

Große Unterschiede im Handwerk

Am stärksten stiegen die Tariflöhne 2021 für Azubis im Handwerk (+3,8 Prozent) und in der Landwirtschaft (+4,2 Prozent). Dennoch wird in den beiden Bereichen im Schnitt weiterhin weniger gezahlt als in Industrie und Handel sowie im Öffentlichen Dienst.