Drei Tage nach dem Beginn einer UN-Vermittlungsmission im Sudan haben erneut tausende Menschen gegen die Militärführung des Landes protestiert. Augenzeugen berichteten, dass die Sicherheitskräfte in der Hauptstadt Khartum mit Tränengas gegen die Demonstranten vorgingen, die zum Präsidentenpalast ziehen wollten. Bei den Ausschreitungen wurde nach Behördenangaben ein Polizist getötet.

UN-Vermittlung unerwünscht?

Sudans oberster General Abdel Fattah al-Burhan hatte im Oktober den Ausnahmezustand verhängt und die Regierung abgesetzt, die nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Omar al-Baschir im April 2019 den Übergang zu demokratischen Wahlen hatte leiten sollen. Seitdem kommt es regelmäßig zu Massenprotesten, gegen die das Militär oft gewaltsam vorgeht. Nach Angaben sudanesischer Ärzte wurden dabei bisher mindestens 63 Menschen getötet und hunderte weitere verletzt.

Demonstranten protestieren in Khartum gegen die Militärregierung

Am Montag hatten die Vereinten Nationen eine Vermittlungsmission zwischen der Militärregierung und der Protestbewegung gestartet. Der UN-Sonderbeauftragte Volker Perthes kündigte Konsultationen mit politischen und sozialen Akteuren sowie mit Militärvertretern und zivilgesellschaftlichen Gruppen an. Die ersten Reaktionen der wichtigsten zivilen Gruppen fielen jedoch gemischt aus. Der Gewerkschaftsverband SPA lehnte Gespräche mit den Militärs unter UN-Vermittlung vollständig ab. Andere warnten vor einer möglichen Legitimierung der Militärregierung durch derartige Beratungen.

hf/qu (afp, rtr)