In Schleswig-Holstein sind die Tage der Luca-App gezählt. Wegen Datenschutzbedenken kehrt ihr nun das erste Bundesland den Rücken – andere Länder wägen noch ab. Ein Überblick.

Als digitales Nachverfolgungs-Tool von Kontakten wurde die Luca-App in der Corona-Pandemie mit großen Hoffnungen begrüßt. Millionen Menschen nutzen die App auf ihrem Smartphone, um bei Restaurant-Besuchen oder Veranstaltungen ihre Daten nicht mehr handschriftlich abgeben zu müssen. Die App ist direkt mit den Gesundheitsämtern verbunden, auch Impfnachweise können hinterlegt werden.

Doch die Nutzung von Luca ist bis heute umstritten. Viele Datenschützer sehen Risiken in der zentralen Datenspeicherung, die Hersteller verweisen hingegen auf den Schutz durch Verschlüsselungstechnik. Einzelne Gesundheitsämter und der Landkreistag sehen wiederum Vorteile. „Das Luca-System kann die Gesundheitsämter entlasten und sollte deshalb weiterhin im Einsatz bleiben“, sagte eine Sprecherin.

Zwölf Bundesländer entscheiden über Luca-App

Ein Vorfall in Mainz hatte die Debatte über die App zuletzt weiter befeuert: Die Polizei griff bei Ermittlungen zu einem tödlichen Sturz in einer Gaststätte ohne ausreichende Rechtsgrundlage über das Gesundheitsamt auf Daten aus der App zurück. Danach verlangten einzelne Politiker, dass Bundesländer auslaufende Verträge der App nicht verlängern. Die Aktion der Polizei in Mainz wurde aber auch von den Machern der Luca-App scharf kritisiert.

Nun müssen in den nächsten Wochen viele Bundesländer entscheiden, wie es mit der Luca-App weitergeht. Während Schleswig-Holstein schon beschlossen hat den Vertrag mit dem privaten Betreiber zu kündigen, sind zwölf weitere Länder noch dabei dies zu überprüfen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Drei Länder haben keinen Vertrag: Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Thüringen,…