von Florian Schillat
13.01.2022, 15:34 Uhr

Nach der Party kommt der Kater: Der britische Premierminister Boris Johnson gerät ins Taumeln, mal wieder. Was hält ihn noch im Amt?

Nun hat es auch Boris Johnson begriffen. Er ist recht late to the party, ziemlich hinterher, aber wenn es eine belastbare Gewissheit nach feuchtfröhlichen Feiern gibt, dann diese: Der Kater folgt.

Es braut sich etwas zusammen in Großbritannien. Der britische Premierminister gerät ins Taumeln, mal wieder, nur hat das „Partygate“ das Zeug dazu, nun ja, der Rausschmeißer zu sein. 

Rücktrittsforderungen werden laut, auch aus den eigenen Reihen. Es läuft eine interne Untersuchung, die Beweislage ist erdrückend. Das Wahlvolk verstört. 

Am Mittwochmittag hat der Premierminister doch noch eingeräumt, an einer Gartenparty mit Dutzenden Gästen in seinem Amtssitz teilgenommen zu haben – während Millionen Briten im strikten Lockdown verweilten.

Boris Johnson

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Und die Gartenparty ist nicht die einzige Veranstaltung in der Downing Street, bei der Corona-Regeln gebrochen worden sein sollen. „Ich möchte mich entschuldigen“, sagte Johnson im Parlament. Der öffentliche Druck wurde wohl zu groß.

Es ist fraglich, ob sich der Premierminister auch aus dem „Partygate“ winden kann – ein ergriffenes sorry dürfte nicht ausreichen –, das sich in die vielen Skandale in seiner nur zweieinhalbjährigen Amtszeit einreiht. Für Johnson könnte es der eine Fehltritt zu viel gewesen sein.

Doch vorerst dürfte er sich im Amt halten. Was ihn noch im Spiel hält, hat er allerdings kaum selbst in der Hand. 

1. Wer könnte sein Nachfolger sein – und womit…