Meinung

Archäologie und Geschichte
Geschichte ist eine Wissenschaft, die deutsche Medien den Menschen oft nicht zumuten wollen. Das sollte sich ändern!

Dr. Michael Buchwitz hat 2020 bei Magdeburg versteinerte Spuren eines Sauriers gefunden – aber woher sollen Sie das wissen?

© Klaus-Dietmar Gabbert / Picture Alliance

von Wiebke Tomescheit
13.01.2022, 17:09 Uhr

Fasziniert haben wir vor wenigen Tagen die Fotos eines in England entdeckten Wassersauriers bestaunt. Wieso werden solche und andere Funde in Deutschland so wenig für interessierte Menschen aufbereitet?

Erinnern Sie sich, als vor wenigen Tagen ein riesiger, versteinerter Wassersaurier in Großbritannien gefunden wurde? Oder nur kurz zuvor ungewöhnlich alte Mammutknochen neben Neandertaler-Werkzeugen? Beide Meldungen schafften es in die internationale Presse, beide Funde wurden ausgiebig in Fernsehdokumentationen in der BBC vorgestellt („Attenborough and the Mammoth Graveyard“, „Digging For Britain“). Genau wie die Tatsache, dass man den Ursprung und den Reiseweg von Stonehenge-Steinen gefunden hatte („The Lost Circle Revealed“). Alles Ereignisse aus nicht einmal zwei Jahren, die neben der Wissenschafts-Szene auch große Teile der breiten Öffentlichkeit interessiert haben. Seltsam, dass es in Deutschland solche Funde nicht zu geben scheint. Seit der Himmelsscheibe von Nebra, gefunden 1999 von Raubgräbern, scheint archäologisch in der Bundesrepublik nicht viel passiert zu sein.

Oder bekommen wir davon lediglich nichts mit? Natürlich ist Archäologie ein Thema, das neben vielen aktuellen Geschehnissen mehr als nebensächlich wirkt. Mit Archäologie verdient man kein Geld. Gerade in Deutschland steht man der eigenen Geschichte ohnehin skeptisch gegebüber, da sie zum Teil aus unwissenschaftlichem Quark besteht, der von den Nationalsozialisten zusammenfabuliert wurde, und zum Teil aus den Nationalsozialisten. Ein Thema also, das…